Das Seco benötigt Business Analysen für sein Behördenportal

28. April 2020, 15:31
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Es stehen neue Releases des Behördenportals EasyGov.swiss an. Nun werden Business-Analysten für bis zu 12 Millionen Franken beauftragt.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) möchte Analysen für die Einführung neuer Releases von EasyGov.swiss. Nun hat das Amt dafür zwei Zuschläge für Business-Analysten erteilt. Die AWK Group und Queo Swiss erhalten Rahmenverträge in der Höhe von 11,5 und 12,5 Millionen Franken.
EasyGov.swiss ist der Online-Schalter der Verwaltung, der seit 2017 digitale Behördendienstleistungen für Schweizer Unternehmen anbietet. Von Firmengründungen über Anmeldungen oder Mutationen beim Handelsregister, über die Registrierung bei der AHV oder der Unfallversicherung bis hin zu Betreibungsgeschäften, kann man hier digital Behördengänge abwickeln.
In der Ausschreibung ist zu lesen, dass das Seco für die neuen Releases der Plattform vier Business-Analysten sucht, die bei Bedarf aufgestockt werden können. Die Fachleute sollen Sitzungen mit Behörden und anderen Stakeholdern durchführen sowie als Teil-Projektleiter die notwendigen Dokumente erarbeiten. Zudem sollen sie die Dienstleistungen analysieren und deren Schwächen und Stärken aufzeigen.
Im Grundauftrag sind die Releases 1.6 und 1.7 von EasyGov.swiss eingerechnet. In diesen sollen unter anderem das Betreibungswesen erweitert, das Amtsblattportal integriert und Dienstleistungen des Instituts für geistiges Eigentum integriert werden. Zudem werden die Rechtsformen erweitert und Arbeits- sowie Abeitszeitbewilligungen integriert.
Der Grundauftrag über 2,5 Millionen Franken läuft über ein Jahr. Dabei legt das Seco insgesamt 14'400 Aufwandstunden zugrunde, was einem Ansatz von rund 174 Franken pro Stunde entspricht. Dies wären jährliche Kosten von rund 350'000 Franken für einen Business-Analysten in Vollzeit.
Die Leistungen werden aber auf Abruf geleistet und jeweils in einem Wettbewerb zwischen AWK und Queo ermittelt. Die restlichen Leistungen über 10 Millionen können optional bis 2025 abgerufen werden, wenn etwa weitere Releases anstehen.
Wir wollten vom Seco wissen, ob der Aufwand nicht einfacher im voraus zu kalkulieren ist und ob das Mengengerüst für die Business-Analyse eines Behördenportals nicht etwas gar hoch angesetzt ist. Jonas Spirig, der Sprecher des BBL, teilte aber lediglich mit, dass man sich während der laufenden Beschwerdefrist nicht zu den Fragen äussere. Die Bedarfsstelle, das Seco, hatte auf das beschaffende BBL verwiesen.
In der Vergangenheit geriet EasyGov.ch in die Kritik. Viele User beziehungsweise potentielle Anwender befanden das Angebot für zu mager. Mittlerweile gab es aber einige Anpassungen und mit den neuen Releases soll das Angebot nochmals vergrössert werden. Im Herbst 2019 nutzten rund 14'000 Unternehmen die Plattform, wie die 'Schweizerische Gewerbezeitung' damals schrieb. Laut einer aktuellen KMU-Studie von OBT gab es in der Schweiz 2017 rund 589'000 KMUs.

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