Das Silicon Valley wandert in die Silicon Hills ab

2. Juni 2021, 11:51
image

Austin profitiert am meisten von der aktuellen Tech-Migration in den USA, wie eine Erhebung aus Linkedin-Daten zeigt.

"Silicon Valley Exodus" nennen die US-Medien ein Phänomen, das schon länger anhält: Tech-Firmen verlassen die San Francisco Bay Area. Oracle verlegte im Dezember 2020 seinen Hauptsitz aus der Nähe von San Francisco nach Austin, Texas. Drew Houston, CEO von Dropbox, hat sich dort ein Haus gekauft, auch Elon Musk ist dorthin umgezogen und baut eine Auto-Fabrik. 
In Austin will auch Apple demnächst einen neuen, milliardenschweren Campus eröffnen. Die Region ist schon länger ein Zentrum der Halbleiterproduktion mit Standorten von Samsung, NXP und Infineon. Und neben den Konzernen zieht es auch viele kleinere Startups in den Tech-Hub, "Silicon Hills" genannt. Dieser Trend hält an und hat sich verstärkt, wie 'Bloomberg' berichtet.

San Francisco, Boston und Chicago sind die Verlierer

Dies zeige eine Untersuchung von Linkedin-Daten der letzten 12 Monate. Die texanische Hauptstadt verzeichnete nach Angaben von Linkedin von Mai 2020 bis April 2021 einen Nettozufluss von 217 Beschäftigten in IT-Unternehmen pro 10'000 bestehende. Dies ist die beste Nettomigrationsrate unter 35 untersuchten US-Metropolregionen.
Im gleichen Zeitraum verlor die San Francisco Bay Area 80 IT-Beschäftigte pro 10'000 bestehende Stellen. Ebenfalls grössere Rückgänge verzeichnen Boston und Chicago. Nach Austin am meisten von der Tech-Migration profitieren Nashville in Tennessee, Charlotte in North Carolina und Jacksonville in Florida mit einem Zuwachs von zwischen 154 und 136 Beschäftigten.

Austin hat niedrige Mieten und Steuern

Als Vorteil der Boomtown Austin gelten niedrige Lebenshaltungskosten. So sind die Mieten im Schnitt halb so teuer wie in San Francisco – wobei sich die Saläre der IT-Fachkräfte nicht gross von denjenigen im Silicon Valley unterscheiden. Zudem ist Texas einer der sieben US-Bundesstaaten, in denen keine Körperschaftsteuer erhoben wird, und hat auch sonst tiefe Steuersätze. Das bedeutet für Unternehmen eine höhere Kaufkraft, höhere Gewinne und niedrigere Betriebskosten.
Davon will auch das Fintech Green Dot Corporation profitieren, der weltweit grösste Anbieter von Prepaid-Debitkarten und Partner von Apple Pay Cash und Uber bei Zahlungsabwicklungen. Green Dot kündigte Mitte Mai ebenfalls die Verlegung seines Hauptsitzes von Pasadena, Kalifornien, nach Austin an. Der Grund seien vor allem "steuerliche und betriebswirtschaftliche Erwägungen".

Loading

Mehr zum Thema

image

Faigle legt Tochterfirmen zusammen

Mit einer "One-Brand-Strategie" werden neu auch die Tochterunternehmen Couvertic und CM First unter der Dachmarke Faigle geführt.

publiziert am 4.7.2022
image

Chip-Knappheit beeinträchtigt Microsoft-Cloud

Aufgrund fehlender Bauteile sollen manche Rechenzentren bereits im gelben Bereich laufen. Dies bedeutet, dass weniger Cloud-Server als üblich verfügbar sind.

publiziert am 4.7.2022
image

Vor 15 Jahren: aus einem Telefon wird ein Hype

Ab Ende Juni 2007 kauft man sich kein Handy mehr, sondern ein Smartphone: Das erste iPhone kommt in den USA in die Läden.

publiziert am 1.7.2022
image

Bechtle Schweiz ist HPEs Greenlake-Partner of the Year im DACH-Raum

Am "Partner Growth Summit" hat HPE in Las Vegas fast 70 seiner weltweit über 80'000 Partner ausgezeichnet – im DACH-Raum wurde unter anderem die hiesige Bechtle prämiert.

publiziert am 1.7.2022