Bund wählt seine neuen Storage-Lieferanten

27. November 2020, 11:22
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Die Bundesverwaltung hat ihre Storage-Partner für das nächste Jahrzehnt ausgewählt. Es geht um dutzende von Millionen Franken.

Mit einer WTO-Ausschreibung hat das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) Storage-Lieferanten für die nächsten 10 Jahre für die gesamte Bundesverwaltung gesucht. Die Beschaffung umfasst Hard- und zugehörende Software sowie diverse Dienstleistungen.
Die Vertragslaufzeit von Anfang 2021 bis Ende 2030 umfasst zwei Lebenszyklen zu je 60 Monaten. Pro Los wurde mit jeweils zwei Anbietern ein Rahmenvertrag abgeschlossen. Die Abnahme erfolge nach Bedarf, wobei es keine Mindestabnahmemenge gebe. Der Rahmenvertrag, so die Ausschreibung, sehe ein Preisfindungsverfahren während der Laufzeit vor.
Mengenmässig ausgeschrieben wurden die heute in der Bundesverwaltung betriebenen Storage-Landschaften, inklusive Kommunikationskomponenten und Backup-Software. Dabei sei das voraussichtliche Volumen-Wachstum über die Vertragslaufzeit hochgerechnet worden, heisst es in der Ausschreibung.

Die Beschaffung teilt sich in die 6 Lose:

  • 1. Block Storage (SAN)
  • 2. SAN Komponenten
  • 3. Backup Software & Backup Target Hardware
  • 4. IP Storage
  • 5. Object Storage
  • 6. JBOD Storage (Just a Bunch of Disks)
Im Block-Storage-Bereich (Los 1) suchte das BBL modernste Technologien, wie es in der Ausschreibung heisst. Die aktuell installierte Kapazität betrage 5300 TB. Die Zuschläge gingen an Hitachi Vantara und Infoniqa SQL zu einem Preis von 20,8 Millionen Franken.
Die Zuschläge im Los 2 "SAN Komponenten" konnten sich Netcloud und Business IT zu einem Preis von knapp 29 Millionen Franken sichern. Gesucht wurden Fibre-Channel Switches seitens des BIT und der FUB.
Für das Backup komme in der Bundesverwaltung sowohl Backup to Disk als auch Backup to Disk to Tape zum Einsatz. Die derzeit installierte Kapazität beträgt 10'000 TB. In diesem Los 3 wurden Rahmenverträge mit Global IT und Infoniqa SQL geschlossen. Der Preis beträgt 22,9 Millionen Franken.
Die Zuschläge für Los 4 "IP Storage" sicherten sich UMB und Netapp. Der Preis beträgt gut 50 Millionen Franken. Die aktuell installierte Kapazität beträgt 13'500 TB.
Object-Storage-Ausprägungen seien in der Bundesverwaltung bisher nur marginal vorhanden. Das BBL geht von einem künftig stark zunehmenden Bedarf aus. Als Object-Storage-Lieferanten gewählt wurden Hitachi Vantara und Infoniqa SQL. Das Volumen beläuft sich auf 13,8 Millionen Franken.
Mit dem Auftrag in Los 6 will die Bundesverwaltung den Bedarf an JBOD-Technologien beschaffen. Rahmenverträge dafür werden mit den Schweizer Vertretungen von Netapp und Lenovo geschlossen. Der Preis beträgt 7,3 Millionen Franken.
Zuletzt hat der Bund seine Storage-Lieferanten im Jahr 2013 festgelegt. Die Aufträge wurden 2018 freihändig verlängert. 
Wie es in der aktuellen Ausschreibung weiter heisst, behalte sich die Bedarfsstelle vor, während der Vertragslaufzeit auch neue, heute noch unbekannte Technologien und Werkzeuge zu beziehen. Dies umfasse beispielsweise neue Datenbanktechnologien, neue Speichermedien oder neue Architekturvorgaben.

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