Das sind die zehn strategisch wichtigsten Technologien 2010

21. Oktober 2009, 15:38
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Gartners "Top 10 Strategic Technologies" für 2010: Cloud Computing, Advanced Analytics, Client Computing, IT for Green, Neue Rechenzentrumskonzepte, Social Computing, Security-Activity Monitoring, Flash Memory, Virtualisierung und mobile Applikationen.

Gartners "Top 10 Strategic Technologies" für 2010: Cloud Computing, Advanced Analytics, Client Computing, IT for Green, Neue Rechenzentrumskonzepte, Social Computing, Security-Activity Monitoring, Flash Memory, Virtualisierung und mobile Applikationen.
Gartner hat wie jeden Herbst seine immer wieder interessante Liste der wichtigsten Technologien herausgegeben, die IT-Abteilungen von Unternehmen in den nächsten Jahren – ob sie sie nun einführen oder nicht - in ihre strategischen Überlegungen mit einbeziehen sollten. In die Top10 werden Technologien aufgenommen, die nach Ansicht von Gartner das grösste Potential haben, in den nächsten drei Jahren IT-Infrastrukturen und Geschäftsmodelle zu verändern.
Für 2010 hat Gartner die Themen "Cloud Computing", "Advanced Analytics", "Client Computing", "IT for Green", "Neugestaltung des Rechenzentrums", "Social Computing", "Security-Activity Monitoring", "Flash Memory", "Virtualisierung" und "mobile Applikationen" in die Top10 aufgenommen.
Cloud Computing, Virtualisierung, Clients
Wenn man die neue Liste mit den Top10 des letzten Jahres vergleicht, fallen grosse Veränderungen auf. Unverändert wieder aufgenommen wurden nur Cloud Computing und Virtualisierung. Auch bei diesen beiden Technologien betont Gartner zudem neue Aspekte. Unternehmen, die selbst Cloud-Services beziehen, werden ihrerseits auch immer mehr zu "Cloud-Providern" für ihre Partner und Kunden werden, glaubt Gartner.
Und im Bereich Virtualisierung würden technologische Fortschritte auch neue Einsatzmöglichkeiten bringen. Live-Migration zum Beispiel, die Möglichkeit, virtuelle Server ohne Betriebsunterbruch von einem physischen Server auf einen anderen zu verschieben, bringe auch ganz neue Anwendungsmöglichkeiten für die Sicherung der Verfügbarkeit von Applikationen.
Virtualisierung taucht gleich nochmal unter einem weiteren Stichwort auf: "Client Computing". Clients waren viele Jahre lang wahrlich kein strategisches Thema mehr. Durch Virtualisierung, spezifisch Desktop-Virtualisierung, taucht aber nun die Möglichkeit auf, die Software-Arbeitsplätze komplett von der Hardware zu entkoppeln. Gemeinsame Migrationszyklen sind also nicht mehr notwendig und Unternehmen, so Gartner, sollten ihre Client-Strategien und –Roadmaps unter diesem Aspekt neu überdenken.
Nicht mehr in den Top10 vertreten sind die letztjährigen Top-Themen "Web-orientierte Architekturen", "Mash-Ups für Unternehmen", "Unified Communications", "Beyond Blades" und "Specialized Systems".
Social Computing, Advanced Analytics
Andere Themen finden sich in leicht abgewandelter Form in der neuen Liste. Aus "Social Software und Social Networking" ist "Social Computing" geworden, Gartner meint damit aber immer noch in etwa dasselbe: Angestellte wollen an ihrem Arbeitsplatz die gleichen Kommunikationsmöglichkeuiten haben wie privat, so die These. Unternehmen sollten ihnen daher diese Möglichkeit geben und moderne Kommunikationsformen à la "Web 2.0" zur Verfügung stellen.
Das Stichwort "Business Intelligence" (BI) ersetzt Gartner dieses Jahr durch "Advanced Analytics". "Advanced Analytics" fällt aber in den gleichen generellen Bereich wie BI. Gemäss Gartner kann man "Advanced Analytics" als eine weitere Evolution der Unterstützung von Business-Entscheidungen durch die IT betrachten. Während es bisher vor allem darum ging, den Ist-Zustand eines Unternehmens möglichst genau und übersichtlich abzubilden, können mit modernen anlytischen Tools und Modellen verstärkt auch alternative Szenarios durchgespielt und Zukunftsprognosen erstellt werden.
Feiner Unterschied: Green IT vs. IT for Green
Obwohl der bekannte Ausdruck "Green IT", letztes Jahr noch in der Gartner-Liste vetreten, fast gleich tönt, wie jetzt "IT for Green", ist der inhaltliche Unerschied gross. Bei "IT for Green" geht es nicht um möglichst umweltfreudliche IT-Infrastrukturen. Vielmehr, so Gartner, sollten sich Unternehmen auch vermehrt überlegen, wie IT-Technologien bei generellen "grünen" Initiativen helfen können. Als Beispiel nennt Gartner den Gebrauch von digitalen Dokumenten statt Papier, die Reduktion von Geschäftsreisen durch den Einsatz von Collaboration-Tools oder Analyseprogramme, die Transportwege oder andere Aktivitäten optimieren und damit den Energieverbrauch reduzieren können.
RZs und Flash Memory
Rechenzentren befinden sich im Moment durch viele neue IT-Technologien intern im Umbruch: Container statt Server-Racks, Virtualisierung, Cloud Computing, das Zusammenwachsen von Fibre-Channel- und IP-Netzwerken usf. Unter dem Stichwort "Reshaping the Data Centre" bringt Gartner aber einen eher bautechnischen Ratschlag. Früher seien die Prinzipien für die Grobplanung einfach gewesen: Man habe den zusätzlichen Platzbedarf für die nächsten 15 bis zwanzig Jahre abgeschätzt und entsprechend neue Fläche gebaut. Das habe dazu geführt, dass manche RZs bei der Eröffnung fast leer standen, die Stromversorgung und Kühlung aber schon für die Gesamtfläche eingerichtet wurde. Es sei aber kostengünstiger, so Gartner, für Rechenzentren ein modulares Konzept zu wählen. Man solle zwar die zukünftige Ausbaubarkeit sicherstellen, aber zuerst einmal nur so viel Fläche bauen, wie man in den nächsten fünf bis sieben Jahren benötigt.
Flash-Speicher sind eine Technologie, die sowohl in Rechenzentren als auch bei PCs und Notebooks zu Veränderungen führen. Der Preisunterschied zu Harddisks wird zunehmend kleiner. In grossen Speichersystemen ermöglichen sie die Einführung einer neuen "High-end"-Schicht in der Speicherpyramide, die in zukünftigen Storage-Architekturen berücksichtigt werden sollte.
Mobile Applikationen, Security Activity-Monitoring
Bis Ende des nächsten Jahres werden schon deutlich mehr als seine Milliarde Menschen Handys besitzen, die leistungsfähig genug für komplexe Software-Anwendungen sind. Paradebeispiel ist das iPhone, für das es auch bereits Tausende von Applikationen gibt, obwohl diese nur gerade auf dem iPhone und nicht auf anderen Handys eingesetzt werden können. Eine höhere Standardisierung, welche Entwicklern erlauben würde, Applikationen für mehrere Plattformen gleichzeitig zu programmieren, könnte in diesem Bereich noch einmal für einen weiteren gewaltigen Schub sorgen, so Gartner.
Im Security-Bereich verteidigten Unternehmen bisher vor allem die "Grenzen" ihrer Netzwerke, sowie die darin befindlichen Geräte. Immer mehr werden aber auch die Aktivitäten im Netzwerk, sowohl von internen als auch externen Usern überwacht und gespeichert. Unternehmen tun dies einerseits, um Vorschriften zur Nachverfolgung von Geschäftsprozessen zu erfüllen, und andererseits, um verdächtige Aktivitäten – zum Beispiel Betrugsversuche im E-Banking oder Datenklaus von Angestellten – zu eruieren. Die für diese Zwecke erhältlichen Überwachungs- und Analyse-Tools, so Gartner, hätten neben verschiedenen Stärken auch verschiedene Schwächen. Unternehmen sollten sich damit beschäftigen, um zu lernen, wie sie sich ihren Bedürfnissen entsprechend besser schützen können. (Hans Jörg Maron)

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