Das steht im neuen Zürcher IT-Lehrmittel für die 5. Klasse

12. Juni 2018, 15:08
  • politik & wirtschaft
  • kanton zürich
image

Zur grossen Frage: Ja, die Kinder lernen auch Programmieren.

Zur grossen Frage: Ja, die Kinder lernen auch Programmieren.
Ab August wird Schülern der 5. Klasse im Kanton Zürich im Rahmen des Lehrplans 21 eine Lektion "Medien und Informatik" pro Woche erteilt. Nebst der Frage nach geeigneten Lehrkräften: Wie werden diese für das Neuland Informatik aussehen? Was wird ihr Inhalt sein? Werden die Schüler einfach den Umgang mit Word lernen oder Basics des Programmierens?
Im Kanton Zürich wird nun in dieser Woche der erste Band des Lehrmittels "Connected" erscheinen. "Connected 1" soll Fünftklässlern Kompetenzen für die digitale Welt vermitteln, wie die Bildungsdirektion des Kantons mitteilt
Das neue Lehrmittel besteht aus einem Arbeitsbuch für Schüler sowie einem Handbuch für Lehrpersonen. Das Arbeitsbuch, das Input- und Arbeitsmaterial enthält, wird vorerst nur in gedruckter Form vorliegen. Es soll aber auch noch digital veröffentlicht werden. Man werde sich der Thematik auf Papier aber von Anfang an auch schon mit Geräten annähern, so Werner Hartmann, Leiter des Autoren-Teams, auf Anfrage von inside-it.ch.
Für die Lehrpersonen steht ein digitales Handbuch bereit, das Hinweise zur Fachdidaktik, den Leitfaden zum Lehrmittel sowie Zusatzmaterialien enthält.
Mit Scratch programmieren
Dinge und Phänomene aus dem Alltag – als Beispiel werden Suchmaschinen und digitale Bilder angeführt – der Schüler werden im Lehrmittel aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Dabei werden die technologische Perspektive, die gesellschaftlich-kulturelle Perspektive sowie der anwendungsbezogene Blickwinkel behandelt: Wie funktioniert etwas? Wie wirkt es auf die Person und die Gesellschaft? Wie nutze ich es? Dieses sogenannte Dagstuhl-Dreieck wurde von Experten aus Informatik und ihrer Didaktik, Medienpädagogik, der Wirtschaft und der Schulpraxis entwickelt.
Dabei würden Informatik, Medienbildung und Anwendungskompetenzen gemeinsam unterrichtet, so die Bildungsdirektion. Es geht also primär nicht um den Umgang mit bestimmten Programmen, sondern um das Verständnis von grundlegenden Informatik-Konzepten.
Die Schüler werden aber auch mit der visuellen, kinderfreundlichen Programmiersprache Scratch Einblicke ins Programmieren erhalten. Ab dem vierten von fünf Kapiteln wird auch Scratch Thema des Unterrichts sein, so Mitautor Hartmann.
Weitere Lehrmittel sollen gestaffelt erscheinen
"Connected" setzt eine Grundausstattung von mindestens einem Endgerät pro vier Schüler voraus. Downloads oder Installationen seien nicht nötig, da das Lehrmittel auf existierende webbasierte Werkzeuge setze sowie auf die grundlegenden Funktionen der am meisten verbreiteten Endgeräte, schreibt die Bildungsdirektion.
"Praxistests in Klassen aus verschiedenen Kantonen haben gezeigt, dass die Kinder und Jugendlichen sehr neugierig sind und ihnen dieser Unterricht grossen Spass macht", lässt sich Beat Schaller, Leiter des Lehrmittelverlags Zürich, in der Mitteilung zitieren.
"Connected 1" ist der erste von vier aufeinander aufbauenden Bänden, die gestaffelt während der nächsten Jahre erscheinen werden. Sie decken den Unterricht von der 5. bis zur 9. Klasse ab. Das Konzept, Inhalte immer wieder von neuem aufzunehmen, sei im Bereich "Medien und Informatik" eine Premiere, so die Bildungsdirektion. Das Lehrmittel soll regelmässig aufdatiert werden.
"Medien und Informatik" wird ab dem Schuljahr 2019/2020 dann auch in der 6. Klasse der Primarstufe sowie in der 1. und 3. Klasse der Sekundarstufe unterrichtet. Bis 2019 soll Band zwei und ein Jahr später Band drei von "Connected" zur Verfügung stehen. (ts/sda)

Loading

Mehr zum Thema

image

Neues digitales Organspenderegister soll 2025 kommen

Das BAG prüft in einer internen Studie verschiedene Umsetzungsvarianten eines neuen digitalen Organspenderegisters – mit und ohne staatliche E-ID.

publiziert am 30.11.2022 2
image

Datenschutzbedenken wegen M365: Microsoft wehrt sich heftig

In Deutschland, Frankreich und der Schweiz stehen M365-Anwendungen in der Kritik der Datenschützer. Microsoft erklärt, die Bedenken seien "dogmatischer Selbstzweck".

publiziert am 30.11.2022 1
image

E-Mails, SMS & Co.: EU will einfacher an digitale Daten kommen

Ermittler in der EU sollen zur Verfolgung schwerer Straftaten einfacher und schneller Zugang zu elektronischen Beweismitteln bekommen – unabhängig davon, ob sie verschlüsselt sind.

publiziert am 30.11.2022 2
image

Google und Youtube investieren, um gegen Fake-News vorzugehen

Der US-Konzern schiesst knapp 13 Millionen Franken in einen Fonds ein, um Faktencheck-Organisationen weltweit zu unterstützen.

publiziert am 29.11.2022