Das vielleicht kleinste GigaByte der Welt

7. November 2006, 13:39
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Samsung kündigt für die Cartes 2006 eine 1 GB fassende S-SIM-Karte an und stellt damit die etablierten Flash-Karten-Formate in Frage. Deren Abmessungen werden längst durch die Schnittstelle und nicht den Speicher bestimmt.

Samsung kündigt für die Cartes 2006 eine 1 GB fassende S-SIM-Karte an und stellt damit die etablierten Flash-Karten-Formate in Frage. Deren Abmessungen werden längst durch die Schnittstelle und nicht den Speicher bestimmt.
Jeder Handy-Nutzer hat eines, ein Subscriber-Identity-Module, besser bekannt als SIM-Karte. Die derzeit gängigsten Versionen verfügen über eine Speicherkapazität von 64 Kilobyte, die für die üblichen Funktionen wie das Adressbuch, SMSe oder gewählte Rufnummern verwendet werden. Wer heutzutage zusätzlichen Speicherplatz für Multimedia-Anwendungen, Musik oder die integrierte Digitalkamera seines Mobiltelefons benötigt, ist auf externe Flash-Karten angewiesen.
Die 1 GB S-SIM-Karte von Samsung bietet da nicht nur ausreichend Platz für die Anwendungen der überwiegende Zahl aller User, sie erweitert zugeich die Sicherheitsfunktionen der SIM-Karte, wie die integrierte Verschlüsselung, auch auf diese Daten.
Während für das Handy alles beim alten bleibt, die neue S-SIM ist kompatibel zur derzeitigen SIM-Karten, werden von Samsungs neuem Format auch High-Speed MultiMediaCard- (HS-MMC) und USB-Schnittstellen unterstützt, um schnelleren Datenaustausch zu erlauben.
Warum also noch Flash-Cards?
Beim Betrachten des Speicher-Winzlings stellt sich automatisch die Frage, welche Berechtigung die erbittert um Marktanteile und maximale Kapazitäten kämpfenden Flash-Karten-Formate, allen voran Compact Flash (CF), MultiMediaCard (MMC) und SecureDigital Card (SD) noch haben. Längst diktieren die Schnittstellen das Format des Speichers und Patente oder Lizenzgebühren die Frage, welcher Hersteller welches Format verwendet. Der allenthalben strapazierte Nutzen für den Anwender ist schon lange auf der Strecke geblieben.
Samsungs S-SIM zeigt, das es technologisch inzwischen auch anders geht. Wie viele dieser 1 GB Nand-Speicher würden wohl in ein Compact Flash-Gehäuse passen? Eigentlich müssten Flash Cards also das gleiche Schicksal drohen, wie dereinst Netzwerkkarten, der Ersatz durch integrierte Lösungen.
Was Flash Cards und Druckertinte gemein haben.
Das Zauberwort, das Flash-Karten noch eine Weile am Leben halten wird, heisst Add-On-Sales, Zusatzverkäufe. Solange man Kunden alle Jahre wieder eine neue, größere und schnellere Karte zur alten Kamera oder dem Handy verkaufen kann, werden die Formate nicht aussterben. Zu erbittert ist inzwischen der Preiskampf bei Handys, Digital-Kameras oder eben Druckern, als dass man auf die margenträchtigen Zusatzartikel verzichten könnte. Und herstellereigene Standards, wie die xD-Picture Card oder der Memory Stick werden auch weiterhin zur zwangsweisen Bindung des Käufers an eine Marke genutzt werden.
Über Kurz oder Lang wird aber auch in diesem Bereich die Integration nicht aufzuhalten sein. "Die vergrößerte Speicherkapazität in Kombination mit den Sicherheitsmechanismen der SIM-Karte geben dem Anwender ganz neue Möglichkeiten an die Hand", so Dr. Chil Hee Chung, Senior Vice President of Chip Card and Microcontroller Development Team bei Samsung Electronics. Er hat recht. (Thomas Mironiuk)

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