Das war das Channel-Jahr 2009

31. Dezember 2009, 10:00
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Kein Zweifel: Das IT-Channel-Jahr 2009 war geprägt von der Krise. Distis und Reseller litten mehr als zuvor. Hinzu kam das Debakel bei der IT-Verbands-Fusion und das Ende der Orbit.

Kein Zweifel: Das IT-Channel-Jahr 2009 war geprägt von der Krise. Distis und Reseller litten mehr als zuvor. Hinzu kam das Debakel bei der IT-Verbands-Fusion und das Ende der Orbit.
Schaut man sich die Berichterstattung auf inside-channels.ch von Anfang 2009 an, so überwiegen vor allem Ausdrücke wie "Rezessionshölle" und immer wieder "Krise", "Stellenabbau", "Verlust" oder "Schock". Da ging es etwa um den Channel im "Credit Crunch".
Im April meinte der Chef von PC-Ware Schweiz, es werde bis Ende 2010 bestimmt weniger Value Added Reseller geben in der Schweiz. Wie viele VARs in den vergangenen Monaten das Handtuch werfen mussten, ist schwierig zu eruieren. Zumindest von den Grossen sind noch alle da - obwohl auch sie den Gürtel enger schnallen mussten.
Krise, Köpfe, Kurzarbeit
Der Channel, also der IT-Handelskanal, wurde zweifelsohne im Krisenjahr 2009 durchgeschüttelt. Nicht nur die Wiederverkäufer litten und leiden immer noch. Schlecht ging es auch ihren Lieferanten, den Distributoren, und natürlich auch den Kunden. Geteiltes Leid ist aber nicht immer halbes Leid.
Während es fast überall Stellenstopp oder gar Stellenabbau gab, setzten einige Firmen auf Kurzarbeit. Das Wort "Kurzarbeit" erschien seit dem Start von inside-channels.ch vor fünf Jahren in 17 verschiedenen Artikeln – 16 davon aus dem Jahr 2009. Bekannte Fälle waren etwa ARP. Es dürften insgesamt ein paar mehr sein. Nicht alle IT-Unternehmen kommunizieren so offen.
Ziemlich oft kommunizierten die Firmen dieses Jahr Auswechslungen an der operativen Spitze. Hierzulande betraf es zum Beispiel Orange und viele mehr.
Schwierige Integrationen
Im Verlauf des Jahres bzw. der Krise nahmen viele IT-Unternehmen auch umfangreichere Reorganisationen in Angriff. Besonders auffällig wurden Channelmodelle und –organisationen neu strukturiert. Erwähnt seien hier nur einige Grosse: Microsoft.
Neu strukturiert wurden auch all jene Unternehmen, die entweder übernommen wurden oder eine übernommene Firma integrieren mussten. Damit sind nicht nur die grossen Integrationen wie EDS bei HP gemeint. Da musste etwa Computerlinks das erste Jahr unter dem Dach des Finanzinvestors Barclays leben.
Der für den Schweizer IT-Channel wohl wichtigste Firmen-Umbau des Jahres war derjenige bei Fujitsu Technology Solutions. Nach dem Abschied von Siemens per Ende 2008.
2010 wird es ohne Zweifel zu weiteren Umbauten und Integrationen kommen. So muss etwa HP 3Com verdauen und Oracle wird mit der Assimilation des Hardware-Herstellers Sun zu tun haben – sofern die EU-Kommission dem Deal zustimmt.
Keine IT-Verbands-Fusion und keine Orbit
So ist es halt in einer demokratischen Gesellschaft: Alle dürfen ihren Senf dazu geben. Daran scheiterte auch die Gründung eines neuen Schweizer IT-Verbands. Da gab es zuerst ein paar Nebengeräusche. Ob tatsächlich bald ein mythologischer Vogel aus der IT-Verbands-Asche entsteigen wird, steht derzeit noch in den Sternen.
2009 wurde zum letzten Mal die legendäre IT-Messe Orbit durchgeführt. Am 13. Mai fragten wir noch: "Was kommt danach?", doch bis dato bleibt unklar, was die "Community36" bringen wird - ausser einem täglichen Pressespiegel.
Channel-News wird es sicher auch 2010 geben. Wenn Sie jetzt schon wissen wollen, was das nächste Jahr bringt, lesen Sie hier unsere Prophezeiungen für das Channel-Jahr 2010. (Maurizio Minetti)

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