Das war das IT-Jahr 2004

24. Dezember 2004, 15:19
  • kolumne
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Ein Rückblick - subjektiv und unvollständig.

2004 war das Jahr des Durchbruchs von Linux. Im Januar startete Microsoft die immer noch laufende Kampagne "Get the facts". Seitdem schlagen sich die beiden verfeindeten Lager gegenseitig TCO-Studien um den Kopf. Studien hin, TCO (Total Cost of Ownership) her: Linux ist auf dem Vormarsch verlangsamen kann?
Peace
2004 war aber auch das Jahr der Friedensschlüsse: Im April begruben Sun Microsystems und Microsoft das (juristische) Kriegsbeil. Versüsst wurde der Deal mit fast zwei Milliarden Dollar für Sun. Frieden geschlossen haben auch Peoplesoft und Oracle: Die 18-monatige Übernahmeschlacht ging im Dezember zu Ende Der kostete Redmond noch einmal eine halbe Milliarde (Dollars).
Konsolidierungswelle
Kurz nachdem Gartner ein PC-Hersteller-Sterben.
No Peace
Kein Frieden herrschte hingegen in der Schweizer Outsourcer-Szene: Swisscom IT Services strebt mit Macht in den Markt und wird von der Konkurrenz hinter mehr oder weniger vorgehaltener Hand des Dumpings beschuldigt. Das Thema wird uns auch 2005 noch beschäftigen...
Synergien ??
Für die börsenkotierten Schweizer IT-Firmen war 2004 kein gutes Jahr. Kurz vor Neujahr wurde bekannt, dass ThinkTools vom Zuger Systemintegrator RedIT übernommen werden sollte. Die Übernahme gelang, doch damit war auch das Ende der an der Börse einst milliardenschweren "Denksoftware" besiegelt. Im Oktober stiess RedIT die Think-Tools-Reste ab. Nicht viel Besser ging es Pragmatica: Ende 2003 wurde WinOffice (die einstige Complet-e) ausgegliedert, im Oktober ging das Netzwerk- und PC-Business an den immer gefrässigen deutschen Bechtle-Konzern und im Dezember wurde auch das Geschäft mit SAP Business One verkauft. Vom einstigen Geschäftsmodell von Pragmatica ("IBM für KMU") blieb nichts mehr übrigen. Auch der oft als "Bank" verspottete Web-Integrator Crealogix zerriss keine grossen Stricke. In Etappen übernahm Crealogix den ERP-Spezialisten Circon. 2005 wird sich nun zeigen müssen, ob die Kombination von Crealogix und Circon Synergien ergibt. Ein veritables Trauerspiel zeigte die Badener COS-Gruppe. Nachdem COS-Chef Kurt Früh jahrelang von Synergien zwischen Distribution, Systemintegration, E-Detailhandel und dem Business mit gebrauchten Geräten gesprochen hat, kam im Oktober die Kehrtwende. Ab sofort verstehe sich COS als loser Verband von unabhängigen Firmen, die je nach Ertrag und Gelegenheit auch verkauft werden könnten, erklärte Früh seine neue Strategie.
"We are live!"
Und dann war da doch noch was? Genau: Mit einer rauschenden Party starteten (Bild) wir am 30. September unser Medien-Projekt. (Christoph Hugenschmidt)
Lesen Sie nächste Woche unsere Vorschau auf 2005: "inside-it.ch predicts..."

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