Data Center in Lupfig: Green.ch-CEO Grüter nennt Zahlen

6. Dezember 2010, 14:24
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In weniger als vier Monaten wird der erste Trakt des Rechenzentrums von Green.ch in Lupfig eröffnet.

In weniger als vier Monaten wird der erste Trakt des Rechenzentrums von Green.ch in Lupfig eröffnet.
Inside-it.ch traf sich Ende vergangener Woche mit dem CEO des Brugger Internet Service Provider Green.ch, Franz Grüter (Foto), um über die Strategie des Unternehmens und insbesondere den Bau des Rechenzentrums im aargauischen Lupfig zu reden. Der Zufall wollte es, dass gleichzeitig der Hosted-E-Mail-Service von Green.ch ausfiel und in der Folge über tausend Kunden zum Teil tagelang keine E-Mails empfangen konnten. Mittlerweile ist das Problem wieder gelöst.
Angesichts dieser unglücklichen Situation verwundert es nicht, dass Grüter lieber über das neue Rechenzentrum in Lupfig sprach. "Wir sind voll im Zeitplan, am 30. März 2011 wird die Eröffnung des ersten Teils mit einem grossen Fest gefeiert", sagt Grüter. Der Bau des RZs ist in drei Phasen gegliedert. Es wird jeweils eine nutzbare Fläche von 3300 Quadratmetern erstellt. Sobald zirka 70 bis 80 Prozent des nun bald fertig gebauten Trakts A vermietet sind, soll mit dem Bau des Trakts B begonnen werden. Gleiches geschieht mit dem Trakt C. Es dürfte also noch eine Weile dauern, bis die geplanten 10'000 Quadratmeter erstens verfügbar, und zweitens auch vermietet sind. Laut Meinung vieler RZ-Experten wird der Bedarf an Rechen- und Speicherkapazität in der Zukunft stark zunehmen. Es gibt aber auch Stimmen, die vor einem Schweinezyklus warnen.
100 Millionen – von wem?
Green.ch lässt sich den Einstig ins RZ-Business einiges kosten. Das Data Center in Lupfig (PUE-Wert 1,4) soll inklusive Bürofläche um die 100 Millionen Franken kosten. Es ist allerdings nicht ganz klar, woher das Geld kommt. Einerseits investiert das jetzige Management stark in das Projekt, wie Grüter sagt. Andererseits gäbe es auch private Investoren. "Es handelt sich dabei aber um Schweizer Firmen und es sind keine Risikokapitalgeber", so Grüter. Nächstes Jahr soll auch mit dem Bau des angrenzenden Bürogebäudes begonnen werden. Dort sollen 2012 die zurzeit 90 Green.ch-Angestellten arbeiten. Insgesamt bietet das Gebäude Platz für zirka 320 Arbeitsplätze (12m2/Person). Green.ch sucht deshalb noch weitere Mieter für das Bürogebäude – am besten solche, die auch das RZ nebenan nutzen. Sowohl der Bau des RZ als auch des Bürogebäudes sind bewilligt.
Über 1300 Quadratmeter vermietet
Gemäss Grüter sind zurzeit 40 Prozent der Fläche von Trakt A unter Vertrag (also etwa 1320m2). Bekannte Namen sind etwa HP Schweiz, Axpo oder die Saxo Bank. Es kämen aber noch viele andere Kunden nach Lupfig, vor allem auch aus der IT-Branche, sagt Grüter.
Der Provider will sich künftig auf drei Standbeine konzentrieren: RZ-Business, Internet Access (inklusive allem, was dazu gehört) sowie Hosting. Eine grundlegende Änderung nach der Richtungsänderung vor einem Jahr: Green.ch will erklärtermassen organisch, sprich durch eigene Kraft wachsen. Grüter: "Letztes Jahr hatten wir das Ziel, durch Käufe zu wachsen. Der Plan war es, dass ich als Verwaltungsrats-Präsident die Akquisitionsstrategie vorangetrieben hätte." 2009 sei aber kein gutes Jahr für Transaktionen gewesen, sagt Grüter und betont erneut, dass Green.ch nie mit Sunrise über eine Übernahme verhandelt habe. (Maurizio Minetti)

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