Datenbank als Online-Service

17. Dezember 2007, 12:22
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Amazon startet einen Versuchsballon: Webdatenbanken auslagern statt selbst betreiben?

Amazon startet einen Versuchsballon: Webdatenbanken auslagern statt selbst betreiben?
Amazon baut seit dem letzten Jahr auf leisen Sohlen ein immer grösser werdendes Angebot von Online-Services auf, wie man sie vielleicht eher von IBM, Sun oder Google erwarten würde, und die sich vor allem an Entwickler wenden. Die Kernstücke der "Amazon Web Services" sind der Online-Speicherservice "Simple Storage" (Amazon S3 Computing-Power über das Internet beziehen und pro Stunde bezahlen kann.
Diese Online-Informatikservices aus einer unerwarteten Ecke scheinen auch immer mehr ernsthafte Anwender zu finden. Ein Entwickler der 'New York Times' hat zum Beispiel EC2 und S3 verwendet, um 11 Millionen historische Artikel der 'Times' (in einem Tag) in PDFs umzuwandeln.
Auf S3 und EC2 basierend lanciert Amazon nun einen weiteren Versuchsballon: Eine Datenbank als Online-Service. Es ist schwer einzuschätzen, ob diese Idee breiteren Anklang finden könnte, aber im Zeitalter von "Software as a Service" scheint sie spannend.
Amazon richtet sich gemäss der eigenen Ankündigung vor allem an Entwickler bzw. Betreiber von grösseren Web-Applikationen, die heute typischerweise auf geclusterten relationalen DBs laufen. Beim Gebrauch der Online-Datenbank "SimpleDB" würden sich in einem solchen Falle die Anfangsinvestitionen erübrigen und gemäss Amazon soll auch der Betrieb weniger komplex sein. Ausserdem muss man die Hardware nicht auf Belasutngsspitzen auslegen - diese sollten von der Amazon-Infrastruktur abgefedert werden.
Bezahlt wird nach Gebrauch: Eine SimpleDB-"Maschinen Stunde" (entspricht gemäss Amazon ungefähr einer 1,7 GHz Xeon-CPU) kostet 14 Cents, dazu kommen 10 Cents pro GB für eingehenden Traffic, ab 18 Cents pro GB für ausgehenden Traffic und 1,5 Dollar pro GB und Monat für den Speicherplatz.
Die SimpleDB-Datenbank selbst ist keines der bekannten Produkte sondern scheint von Amazon selbst entwickelt worden und eine Art Zwischending zwischen einer Tabelle und einer relationalen Datenbank zu sein. Die Daten werden für die Abfragen automatisch indexiert. Strukturierte Daten werden als einzelne "Items" in verschiedenen Domänen abgelegt. Jedem Item wird eine bestimmte Anzahl Attribute zugeordnet. Anders als in einer einfachen Tabelle können die Attribute aber mehrere Werte haben (Dem Item xxx können also beim Attribut Preis die Werte "Rot" und "Blau" zugeordnet werden.) Verschiedenen Items können ausserdem auch verschiedene Attribute zugeordnet werden. Weitere Details findet man hier. (Hans Jörg Maron)

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