Datenberge auf Halde

13. Dezember 2012, 15:07
  • international
  • big data
image

Laut Marktforschern wird nur ein kleiner Teil der potentiell wertvollen Daten tatsächlich genutzt.

Laut Marktforschern wird nur ein kleiner Teil der potentiell wertvollen Daten tatsächlich genutzt.
Laut der neusten Ausgabe der vom Marktforscher IDC im Auftrag von EMC regelmässig durchgeführten "Digital Universe"-Studie beträgt die Menge der weltweit digital gespeicherten Daten derzeit rund 2,8 Zettabyte (2,8 Milliarden Terabyte). Damit hat sich die Datenmenge in den letzten zwei Jahren mehr als verdoppelt. Laut den Analysten dürfte sich dies so fortsetzen. "Wir waren wirklich erstaunt, als wir die neue Prognose in der Hand hielten. Das digitale Universum wächst schneller als wir es erwartet hatten", so Wafa Moussavi-Amin, Analyst und Geschäftsführer bei IDC Central Europe. "Wir schätzen, dass sich die Datenmassen, die innerhalb eines Jahres erstellt, vervielfältigt und konsumiert werden, bis 2020 alle zwei Jahre verdoppeln.“ Bis dann, so die aktuelle IDC-Prognose, werde das "digitale Universum" auf 40 Zettabyte angewachsen sein.
Natürlich sind nicht alle Daten auch wertvoll. Aber immerhin rund 23 Prozent der derzeit vorhandenen Daten könnten laut der IDC-Schätzung nützliche Erkenntnisse bringen, wenn man sie analysieren würde. Bis 2020 könnte der Anteil der potentiell nützlichen Daten auf rund ein Drittel anwachsen.
Die meisten neuen Daten fallen allerdings als "Datenschnipsel" an, die völlig unstrukturiert und ohne Schlagworte gespeichert werden. In der Realität seien nur etwa 3 Prozent der Daten verschlagwortet und damit für Analysezwecke nutzbar, und nur etwa ein halbes Prozent werde tatsächlich analysiert, so die Studie. Der grosse Rest ist damit im Prinzip verloren, zumindest für aktuelle Analysen. Diese Schere, beziehungsweise der "Big Data Gap", wie IDC das Phänomen nennt, werde in den nächsten Jahren noch stärker anwachsen, so die Marktforscher.
Als potentielle Kandidaten für "Big Data"-Analyse (siehe Grafik) sieht IDC vor allem Daten aus Überwachungssystemen aller Art. (Nicht nur aus der Überwachung von Menschen, sondern vor allem auch von Verkehr, Wetter, seismischen und anderen Phänomenen und vielem mehr.) Ebenfalls eine grosse Rolle werden laut IDC vor allem längerfristig Daten spielen, die von medizinischen Diagnosegeräten und anderen eingebetten Kleincomputern produziert werden, sowie Metadaten, die bei der Datenverarbeitung selbst anfallen. Nicht die Menge, aber zumindest der Anteil der nützlichen Daten aus sozialen Medien und Unterhaltung wird dagegen laut IDC in den nächsten Jahren kleiner werden. (Hans Jörg Maron)

Loading

Mehr zum Thema

image

Die Chipindustrie ist im freien Fall

Nach Jahren des Booms zeichnet sich eine Krise für den Halbleiter-Markt ab. Laut Analysten könnte die Branche historische Negativwerte erreichen.

publiziert am 30.1.2023
image

Änderung an WAN-Router führte zu Microsoft-Ausfall

Vergangene Woche sind verschiedene Applikationen und Dienste von Microsoft ausgefallen. In einem vorläufigen Bericht erklärt der Kon­zern, wie es dazu kommen konnte.

publiziert am 30.1.2023
image

Schwerer Schlag gegen eine der erfolgreichsten Ransomware-Banden

Die Gruppe Hive hatte unter anderen Emil Frey und Media Markt attackiert. Jetzt haben das FBI, Europol und weitere Behörden die Hive-Infrastruktur ausgeschaltet.

publiziert am 27.1.2023
image

Intel-Zahlen rasseln in den Keller

Im vergangenen Quartal fiel der Umsatz im Jahresvergleich um 32% auf 14 Milliarden Dollar. Unter dem Strich steht sogar eine rote Zahl.

publiziert am 27.1.2023