Datenklau: Bank Julius Bär verlangt (und erreicht) Schliessung von wikileaks.org

19. Februar 2008, 15:44
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Kalifornisches Gericht ordnet die Löschung der Verweise auf eine US-Enthüllungswebseite an.

Kalifornisches Gericht ordnet die Löschung der Verweise auf eine US-Enthüllungswebseite an.
Die bekannte US-amerikanische Webseite wikileaks.org ist zur Zeit nicht mehr erreichbar. Grund: Ein kalifornisches Gericht hat den Registrar und Webhoster Dynadot dazu verknurrt, per sofort die Verweise auf wikileaks.org in den Internet-Nameservern zu löschen. Wikileaks.org ist auf die Publikation von Texten von Dissidenten und "Whistleblowern" (Angestellte einer Firma, die illegales oder unethisches Verhalten öffentlich angeben oder bei Behörden denunzieren) spezialisiert.
Wie verschiedene US-Alternativmedien heute berichten, erfolgte die gerichtliche Anordnung aufgrund eines Antrags der grossen Schweizer Privatbank Julius Bär. Grund: Ein ehemaliger Angestellter der Bär-Niederlassung auf den Cayman Islands, der sich seit Jahren in einem erbitterten Rechtsstreit mit der Bank befindet, hatte am 13. Januar dieses Jahres eine hunderte von Seiten umfassende Dokumentation über angebliche oder wirkliche Kunden der Bank auf Wikileaks.org zum Download veröffentlicht. In den Papieren werden angebliche Fälle von Steuerhinterziehung oder gar Geldwäscherei dokumentiert.
Bereits 2005 wurden gestohlene Kundendaten der Julius-Bär-Gruppe Schweizer Medien und auch deutschen und US-Steuerbehörden zugespielt, wie damals sowohl 'Cash' wie auch die 'Weltwoche' berichteten Die Bank hatte daraufhin Strafanklage gegen den ehemaligen Angstellten eingereicht. Letztes Jahr reichte der Ex-Angestellte seinerseits Strafklage gegen die Bank ein, das Verfahren wurde aber eingestellt.
Ein Sprecher der Bank wollte den Vorgang nicht kommentieren, da es sich um ein laufendes Verfahren handle. (Christoph Hugenschmidt)

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