Datenpanne in Deutschland wegen "grober Fahrlässigkeit"

24. Juni 2008, 05:38
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Das ARD-Magazin "Report München" hat am Montag aufgedeckt, dass in Deutschland Einwohnermeldeämter-Daten übers Internet für jedermann frei zugänglich waren - monatelang.

Das ARD-Magazin "Report München" hat am Montag aufgedeckt, dass in Deutschland Einwohnermeldeämter-Daten übers Internet für jedermann frei zugänglich waren - monatelang. Unbefugte konnten ohne Überprüfung der Zugangsberechtigung Reisepass- und Personalausweisnummern, Fotos, Geburtsdaten, aktuelle und frühere Wohnorte, Finanzdaten und Religionszugehörigkeiten abrufen. Einen Datenmissbrauch gab es wahrscheinlich nicht, aber ganz ausschliessen kann man das nie.
Schuld an der Panne ist der Berliner Softwarehersteller HSH. Der deutsche Marktführer für kommunale Behörden-Software hatte Benutzername und Passwort auf einer unternehmenseigenen Homepage indirekt für alle Internetnutzer zugänglich gemacht. 425 deutsche Gemeinden verwenden diese Lösung. Demnach waren Meldedaten von 500'000 Bürgern im Netz zugänglich. "Man kann hier schon eher von grober Fahrlässigkeit als von einer Sicherheitslücke sprechen", sagte ein Security-Experte. Laut HSH bestand die Lücke zwischen dem 15. März und dem 20. Juni 2008. (mim)

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