Datenschützer Thür kritisiert Datensammler Apple

9. Juli 2010, 09:30
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Nicht nur Google ist böse.

Nicht nur Google ist böse.
Der Eidgenössische Datenschützer Hanspeter Thür warnt davor, dass Apple private Daten seiner Kunden nach eigenem Gutdünken auswerten, benutzen und sogar weitergeben dürfe. Die neuen Datenschutzrichtlinien, die der Konzern diesen Monat in Kraft gesetzt hat, würden vor allem Apple nutzen, nicht aber den Kunden, so Thür gegenüber dem Schweizer Radio DRS.
Informationen erhält der Computerkonzern von seinen Kunden zuhauf. Bei der Registrierung von Geräten wie MacBooks, iPhone oder iPads verlangt Apple diverse persönliche Angaben des Käufers, etwa Name, Adresse, Telefonnummer und Beruf. Wer Apps, Musik, Bücher oder Filme für das iPhone oder das iPad kauft, muss zudem seine Kreditkarteninformationen offen legen und hinterlässt auch eine Datenspur, welche Anwendungen aus welchen Interessengebieten installiert, genutzt oder auch wieder deinstalliert werden. Daten, die in anonymisierter Form übrigens auch in das Werbeprogramm iAds von Apple einfliessen sollen.
Der oberste Schweizer Datenschützer ist gegen das Gebaren des Konzerns allerdings machtlos, denn die Nutzer würden mit dem Akzeptieren der Geschäftsbedingungen von Apple diesem Treiben ausdrücklich zustimmen, so Thür weiter. Gegenüber Radio DRS verteidigte sich Apple damit, dass Nutzer jederzeit die Möglichkeit hätten, einzelne Daten zu sperren. Die Stiftung Konsumentenschutz will die Konsumenten in den nächsten Wochen mit einem eigens dafür kreierten Merkblatt sensibilisieren. (bt)

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