Datenschutzrisiko Mitarbeiter

8. Februar 2007, 15:23
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Wenn sensible Informationen aus Unternehmen geschmuggelt werden, sind es im seltensten Fall externe Hacker, sondern nach einer Studie von McAfee in der Regel unvorsichtig oder vorsätzlich handelnde Mitarbeiter.

Wenn sensible Informationen aus Unternehmen geschmuggelt werden, sind es im seltensten Fall externe Hacker, sondern nach einer Studie von McAfee in der Regel unvorsichtig oder vorsätzlich handelnde Mitarbeiter.
Eigentlich weiss es jeder, aber bewusst ist es einem nicht immer. Der sorglose Umgang der Mitarbeiter mit Unternehmensdaten hebelt jede noch so ausgeklügelte Security-Lösung aus. Dennoch lassen die Daten, die ICM Research für McAfee ermittelt hat, aufhorchen. So verlassen pro Mitarbeiter und Woche im europäischen Durchschnitt neun vertrauliche Dokumente per Mail, Messenger, USB-Stick oder gutem altmodischen Ausdruck die Unternehmen. Besonders hoch im Kurs sind Finanzinformationen, Kundenunterlagen und Verträge.
Dabei muss es nicht immer Vorsatz oder der Wunsch nach unbezahlter Heimarbeit sein. Auch Bequemlichkeit, durch die der Gang zum Schredder entfällt und nicht öffentliche Informationen sich im Altpapier wiederfinden, oder ein unachtsam verschenkter USB-Stick mit der Präsentation des letzten Meetings, bringen immer wieder sensible Informationen in die Öffentlichkeit. Dazu das schon beinahe obligatorische entwendete Notebook und die Katastrophe ist perfekt.
McAfee rät daher zur verstärkten Mitarbeiterschulung und zur Implementierung eines vollständigen Systems für das Sicherheitsmanagement. Und doch kann das nicht allein der Ansatz sein. Wenn gemäss der Studie durchschnittlich 52 Prozent der Befragten, in Frankreich sogar 80 Prozent, beim Ausscheiden aus dem Unternehmen Geschäftsdaten mitnehmen würden, dann nicht in dem Irrglauben dies sei legal. Eher gemäß der Ansicht, dies sei legitim in einer Welt, wo Unternehmensgewinne und Stellenabbau sich eher zu bedingen als auszuschliessen scheinen. Investitionen in die Mitarbeiterloyalität könnten hier sinnvoller sein als alle Security-Massnahmen. (Thomas Mironiuk)

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