Day-Adobe-Deal stärkt ICT-Werkplatz Schweiz

28. Juni 2011, 08:29
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Day wird zum Motor für Adobes Angebot in "Customer Experience Management". Die Entwicklung in der Schweiz soll ausgebaut werden.

Day wird zum Motor für Adobes Angebot in "Customer Experience Management". Die Entwicklung in der Schweiz soll ausgebaut werden.
Am Hauptsitz von Day Software beim Basler Berfüsserplatz prangert das Day-Logo zwar immer noch. Am Empfang hat man dagegen bereits das „A“ von Adobe hingeschraubt.
Good News für den ICT-Werkplatz Schweiz: Die Schweizer Softwareschmiede, welche vor einem halben Jahr für 250 Millionen Dollar von Adobe übernommen wurde, ist nach San Jose, Ottawa, Boston sowie Noida in Indien als Adobes fünfter Forschungs- und Entwicklungs-Standort für den Bereich "Customer Experience Management" (Lösungen für die Verbesserung von Online-Kundenbeziehungen) gesetzt. Mehr noch: Die Schweizer Niederlassung, in der rund 50 Entwickler arbeiten, soll stark ausgebaut werden. Gleichzeitig wurde Day’s Sales- und Service-Organisation in die Organisation von Adobe Schweiz integriert. Der ehemalige Schweiz-Chef von Day, Angelo Buscemi, amtet jetzt dort als Country Manager.
400 Entwickler für David Nüscheler
Eine internationale Rolle übernimmt dagegen der vormalige Day-Mitgründer und -Chefentwickler David Nüscheler. Er wurde zum Chief Technology Officer des Bereichs "Customer Experience Management" ernannt. Eine Einheit, die weltweit rund 400 Entwickler umfasst. In dieser Funktion rapportiert Nüscheler direkt an Rob Tarkoff, seines Zeichens Senior Vice President and General Manager der Digital Enterprise Solutions. Die Sparte für Unternehmenslösungen, der nebst "Customer Experience Management" auch die Einheiten Acrobat und Connect angehören, sorgt derzeit für gut einen Viertel des weltweiten Adobe-Umsatzes. Dieser betrug im soeben abgelaufenen zweiten Quartal rund eine Milliarden Dollar.
Day Software als Fundament
Mit diesem neuen Setup kommt der ehemaligen Day Software in Adobes Businesssparte eine prominente Rolle zu. Nicht nur ist "Customer Enterprise Management" innerhalb der Digital Enterprise Solutions gemessen an der Mitarbeiterzahl die grösste Einheit von Adobes Geschäftskundensparte. Vielmehr liefert die Technologie von Day auch deren Fundament. So wurde Adobes Online Marketing Suite in Days Content Management Lösung CQ5 zur kürzlich lancierten Web Experience Management Suite integriert. Ebenfalls neu aufgesetzt wurde die Digital Enterprise Plattform, welche Adobes bisherige Produktekategorie Lifecycle ersetzt. Dabei wurden die Lifecycle-Lösungen auf Days Content Repository CRX migriert.
Gemäss David Nüscheler verfügt Adobe damit über eine einzigartige Position im wachsenden Markt der Customer Experience Management: "Die Integration unserer Lösungen in den Technologie-Stack von Adobe erlaubt es nun, von der Kreation über die Steuerung bis hin zur Auswertung den gesamten kreativen Workflow abzudecken", so Nüscheler. Gerade diese strategische Verankerung und seine persönlichen Stellung innerhalb des Softwarekonzerns dürfte denn auch einiges an Gewähr dafür bieten, dass Day, respektive Basel, als Entwicklungsstandort auch nachhaltig gesetzt bleibt und nicht, wie zuletzt im Falle von Microsoft und Media Streams, trotz Lippenbekenntnissen abgezügelt wird.
Riesiges Potenzial
Darüber hinaus ist Customer Experience Management auch ein künftiges Investitions- und Wachstumsfeld von Adobe. So darf sich Nüscheler über ein um Faktoren grösseres Entwicklungsbudget freuen, als er dieses (trotz Börsenmillionen) bei Day je hatte. Das Potenzial ist denn auch riesig. Mit der zunehmenden Digitalisierung der Kundeninteraktionen brauchen Unternehmen mehr und mehr eine Softwarelösung zur Prozessunterstützung in diesem Umfeld. Doch nicht nur Adobe hat ein Auge auf diesen Markt geworfen, sondern auch die gestandene Business Software-Anbieter. Nicht umsonst hat Oracle die Übernahme des Web Contentent Management-Anbieters FatWire angekündigt. Dies nachdem man erst im Herbst den E-Commerce-Spezialisten Art Technology Group (ATG) übernommen hatte. (Thomas Brenzikofer)

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