DDOS-Angriff auf Twitter - erfolgreich oder nicht?

22. Juni 2012, 09:13
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Der Microblogging-Dienst Twitter hatte gestern zweimal massive technische Probleme, einmal am Nachmittag zwischen etwa 16 Uhr 30 und 18 Uhr unserer Zeit, und dann nochmal ab 19 Uhr.

Der Microblogging-Dienst Twitter hatte gestern zweimal massive technische Probleme, einmal am Nachmittag zwischen etwa 16 Uhr 30 und 18 Uhr unserer Zeit, und dann nochmal ab 19 Uhr. User beklagten sich weltweit über Komplettausfälle beziehungsweise sehr langsame Reaktionen des Services.
In einem E-Mail an die Nachrichtenagentur 'Reuters' übernahm gestern eine Hackerorganisation namens "UgNazi" die Verantwortung für diesen Ausfall. UgNazi behauptete, Twitter durch einen Distributed Denial of Service-Angriff (DDOS), also eine Überflutung der Server mit einer Unmenge von Anfragen, in die Knie gezwingen zu haben. Die Gruppe wolle damit gegen die Unterstützung des "Cyber Intelligence Sharing and Protection Act (CISPA)" durch Twitter protestieren. Dieses neue US-Gesetz soll den Austausch von Informationen zu allen Arten von "Cyber-Bedrohungen" zwischen Behörden und Privatunternehmen, beispîelsweise Providern und Online-Dienstleistern, regeln. Es wurde kürzlich vom US-Repräsentantenhaus verabschiedet, wird aber von Datenschutzorganisationen heftig kritisiert. Auch Präsident Obama scheint dagegen zu sein und überlegt sich laut US-Quellen, ein Veto einzulegen.
Ein von 'Reuters' befragter Security-Experte bezweifelte allerdings, dass die Hackergruppe Twitter zum Absturz gebracht habe. Twitter habe grössere technische Probleme mit seiner Backend-Infrastruktur und das zeitliche Zusammentreffen der gestrigen Ausfälle mit dem "sehr kleinen" DDOS-Angriff sei blosser Zufall. (hjm)

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