DDoS-Attacken gegen Hostpoint

23. Mai 2011, 09:55
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Seit Ende der vergangenen Woche verzeichnet Hostpoint vereinzelte Distributed-Denial-of-Service-Attacken, die zeitweise auch die Seite des grössten Schweizer Hosters lahmlegten. Der zweitgrösste Webhoster Infomaniak in der Romandie hat keine Kenntnis von einem DDoS-Angriff auf seine Server.

Seit Ende der vergangenen Woche verzeichnet Hostpoint vereinzelte Distributed-Denial-of-Service-Attacken, die zeitweise auch die Seite des grössten Schweizer ISPs lahmlegten. Der zweitgrösste Provider Infomaniak in der Romandie hat keine Kenntnis von einem DDoS-Angriff auf seine Server.
"Zur Zeit läuft eine DDoS-Attacke gegen vereinzelte Server bei uns, unter anderem auch gegen unseren eigenen Webserver", gab der grösste Schweizer Hostingprovider vor 72 Stunden auf Twitter bekannt. Noch gestern Sonntag meldeten vereinzelte Kunden, dass ihre Seiten bei Hostpoint nicht erreichbar seien. Laut dem Provider aus Rapperswil-Jona hat die Attacke bereits am Donnerstagabend begonnen.
"Der Angriff läuft im Hintergrund immer noch, aber wir haben die Situation im Griff", erklärte Claudius Röllin, Co-Gründer und Marketingchef, heute gegenüber inside-it.ch. Die Angriffe kämen von aus einem "Botnet", also Computern von Nutzern mit einem Trojaner, der die Kontrolle durch einen Hacker erlaube. Von den insgesamt 150'000 Domains, die Hostpoint gegenwärtig verwalte, seien ungefähr 1200 zeitweise nicht erreichbar gewesen.
Angriffe sind Alltag
Ende des vergangenen Jahres waren die Webseiten der Bundesratsparteien SP, FDP, CVP und FDP lahmgelegt worden, unter anderem auch bei Hostpoint. "Die Attacke in den vergangenen Tagen war grösser und professioneller", sagte Röllin. Allerdings würden Angriffe aus Botnets zunehmend zum Alltagsgeschäft von ISPs gehören, weil das Mieten eines solchen Netzes immer billiger würde.
Der Angriff scheint sich gezielt gegen Hostpoint zu richten und nicht auf einen gross angelegten Angriff auf Schweizer ISPs: Beim zweitgrössten Provider der Schweiz, Infomaniak in Carouge bei Genf, hiess es auf Anfrage, dass sie keine Kenntnis von DDOS-Attacken auf ihre Server in den vergangenen Tagen hätten.
Dass die ISPs mit weiteren Angriffen rechnen müssen, bestätigen kürzlich auch die Schweizer Geheimdienstler immer weniger Knowhow verlangen würden. (pk)

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