Definitives Aus für Windows XP per Ende Juni, aber...

4. April 2008, 10:47
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... das Betriebssystem wird noch Jahre auf ultrakleinen und ultragünstigen Notebooks weiterleben dürfen. Grund: Microsoft hat Angst vor Linux.

... das Betriebssystem wird noch Jahre auf ultrakleinen und ultragünstigen Notebooks weiterleben dürfen. Grund: Microsoft hat Angst vor Linux.
Die Hoffnungen, dass das PC-Betriebssystem Windows XP noch länger als bis Ende Juni verkauft werden darf, scheinen sich zu zerschlagen. Gegenüber der US-Zeitschrift 'eWeek' bestätigte Microsoft gestern, dass der Verkauf von Windows XP Professional und Home an Retailer und PC-Hersteller per Ende Juni eingestellt werden wird.
Damit verschliessen die Redmonder ihre Ohren gegenüber den oft gehörten Empfehlungen und Wünschen, das unterdessen stabile Betriebssystem weiter leben zu lassen. Für grosse und kleine Firmen ist die Abkündigung von Windows XP ein Problem, denn sie erhöht den Druck, die ganze Client-Landschaft auf Windows Vista zu migrieren, was wiederum Investitionen bei der Hardware mit sich bringt. Wer nach dem 30. Juni einzelne neue PCs oder Notebooks braucht, wird nicht umhin kommen, diese mit Windows Vista auszurüsten und schafft damit im Unterhalt teure "Betriebssystem-Inseln" in der Firma.
"XP forever!" - auf Billig-Notebooks
Doch Windows XP wird weiterleben. Die Gerüchte von dieser Woche, dass Microsoft Windows XP für die neue Klasse von sehr kleinen, sehr günstigen Notebooks wie Asus' EeePC weiter ausliefern wird, haben sich hingegen bestätigt. Windows-Chefmarketeer Michael Dix sagt in einem Interview mit sich selbst auf der Microsoft-Presse-Webseite, dass Windows XP Home bis zum 30. Juni 2010 (!), respektive bis ein Jahr nach dem Launch der nächsten Windows-Generation ("Windows 7") an die Hersteller von Billig-Notebooks ausgeliefert werden wird.
Der Grund für diesen ungewöhnlichen Schritt liegt auf der Hand: Die Hersteller der so genannten Ultra-low-cost-PCs (ULPCS) haben bisher oft Linux vorinstalliert, um die Kosten tief zu halten. Der Markt für ULPCs ist enorm wichtig, wie der überraschende Erfolg des Eee zeigt. Viele Menschen in ärmeren Ländern wollen die Bildungschancen ihrer Kinder mit dem Kauf eines Computers verbessern, können sich aber einen "normalen" PC nicht leisten. Und ausserdem eignen sich die Gerätchen auch als kleine, transportable Schreib- und Mail-Maschinchen für Anwender in industrialisierten Ländern.
Damit drohten die Felle Microsoft in einem sehr wichtigen Markt davon zu schwimmen. Denn wo Linux drauf ist, werden auch Open-Source-Büro- und Kommunikationsprogramme installiert, so dass sich eine ganze Generation von Menschen an eine Microsoft-freie Welt gewöhnen könnte.
Um dies zu verhindern, verzichtet Microsoft nun wenigstens in einem bestimmten Marktsegment darauf, eine Migration auf Windows Vista zu erzwingen. (Christoph Hugenschmidt)

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