Dell auf Einkaufstour im Servicebereich

6. Juni 2007, 14:40
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Serviceneid... Aber wer steht auf der Einkaufsliste? Grosse oder lokale Systemintegratoren, VARs, Spezialisten?

Serviceneid... Aber wer steht auf der Einkaufsliste? Grosse oder lokale Systemintegratoren, VARs, Spezialisten?
Dell-CEO Michael Dell hat in einem Interview mit der 'Financial Times' erklärt, dass er den Anteil, den Dienstleistungen am Umsatz von Dell ausmachen, in Zukunft stark steigern will. Die sei eine "grosse Geschäftschance" für Dell, so der ans Ruder des unter gesunkenen Profitmargen leidenden Unternehmens zurückgekehrte CEO. Grosse Konkurrenten wie HP und vor allem IBM machen Dell seit Jahren vor, wie man mit Services sinkende Hardware-Margen etwas ausgleichen und Hardware-Umsätze unterstützen kann. Nun, wo das alte "Lean and mean"-Konzept, mit dem Dell bisher erfolgreich einen anderen Weg beschritt, für Dell nicht mehr so Recht sticht, scheint Dell umzudenken.
Mit seinem bestehenden Serviceangebot, vor allem Support-Verträgen, macht Dell momentan rund zehn Prozent seines Umsatzes von etwa 60 Milliarden Dollar im Jahr, und der Serviceumsatz wächst etwas schneller als der Hardwareumsatz. Der Markt für IT-Services hat nun aber nicht gerade auf Dell gewartet: Der Markt ist stark gefüllt mit lokalen und überregionalen Playern sowie den Riesen wie IBM, EDS, Accenture, HP usw, Kunden, vor allem im Outsourcing-Bereich, wechseln selten den Dienstleisterund gutes Personal ist gesucht.
Gross oder klein?
Unter diesen Umständen ist auch Michael Dell klar, dass mit organischem Wachstum allein das gewünschte Tempo nicht erreicht werden kann. "Wir haben bereits eine kleine Übernahme in Schottland gemacht, die sich für uns gut ausgewirkt hat", erklärte Dell der 'FT'. "Ich glaube, sie werden einige weitere Akquisitionen erleben, mit denen wir unserem Service-Team weitere Kapazitäten hinzufügen wollen."
Die Frage ist natürlich, welche Unternehmen Dell für Übernahmen ins Visier nehmen könnte. Einiges spricht dafür, dass Dell vor allem kleinere, bei den Kunden gut verankerte lokale Player und Spezialisten (zum Beispiel für Call Center und Helpdesks) übernehmen könnte, um sein eigenes Angebot schrittweise zu ergänzen, und die Hardwareumsätze anzukurbeln.
Die 'FT' zitiert aber auch einen Experten, der glaubt, dass Dell durchaus an einer grösseren Übernahme interessiert sein könnte. In anderen Medien wird zum Beispiel über EDS als möglicher Kandidat genannt.
Und ganz offiziell würde ja eigentlich, so möchten wir anfügen, T-Systems zum Verkauf stehen.
Eine Grossübernahme wäre eine Art Befreiungsschlag für Dell und könnte die Börse beeindrucken - der gegenwärtig hohe Börsenkurs ist auch ein Grund dafür, dass Dell momentan auch für eine grosse Übernahme genügend Kleingeld in der Tasche hätte. (Hans Jörg Maron)

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