Dell, HP und Lenovo freuen sich und warnen

31. Mai 2021, 12:29
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Sehr gute Umsätze, sehr gute Nachfrage und Chip-Mangel – die Preise für Laptops und PCs dürften steigen. Vielleicht für Jahre.

Dell und HP meldeten Quartalsumsätze, die die Schätzungen der Wall Street übertrafen, da Kunden weiterhin PCs einkauften. Beide Unternehmen zeigten sich optimistisch für den Gesamtmarkt und erwarten, dass die steigende Nachfrage nach Laptops anhalten wird.
Die Aktien von Dell fielen jedoch um 1% und die von HP sogar um 6%, nachdem beide Unternehmen unisono gewarnt hatten, dass der anhaltende Mangel an Chips dazu führen könnte, dass man die Nachfrage nach Laptops 2021 möglicherweise nicht befriedigen könne. Dies meldet 'Reuters'.
Laut 'Zdnet' meldete auch Lenovo ausgezeichnete Zahlen und warnte vor dem Chip-Mangel.
Ein Dell-Vertreter laut 'Zdnet': "Wir erwarten, dass die Komponentenkosten sich wahrscheinlich auch in der zweiten Jahreshälfte inflationär entwickeln werden. Dies kommt hauptsächlich von Displays, DRAMs und NAND. Wir werden diese Inflation einpreisen – diese Input-Kosten werden entsprechend steigen. Und wir werden beobachten, ob es irgendwelche Auswirkungen auf die Nachfrage gibt."
Ein HP-Manager zum Thema Preisentwicklung bei 'Zdnet': "Es geht einfach darum, dass die Nachfrage das Angebot übersteigt und wirklich ein günstiges Umfeld schafft. Es sind also im Grunde nur die Gesetze von Angebot und Nachfrage, die uns mit einer besseren Preisgestaltung im Quartal geholfen haben. Unabhängig davon, ob man von Jahr zu Jahr oder von Quartal zu Quartal spricht, war die Verbesserung der Bruttomarge in erster Linie auf die günstige Preisgestaltung zurückzuführen, die sich in Form von weniger Werbeaktionen und Kostensenkungen zeigte."
Last, but not least, Lenovo: "Die Preise gehen langsam nach oben. Und um die Rentabilität zu erhalten, die wir brauchen, achten wir weiterhin auf die Preisgestaltung. Wir wollen natürlich wettbewerbsfähig sein, aber die Preise steigen langsam an. Ich denke, dass sie in den nächsten 3 oder 4 Quartalen aufgrund des Trends bei den Komponentenkosten weiter ansteigen werden." Und die Firma glaubt, dass die Nachfrage bisher stark genug sei, um Preiserhöhungen zu absorbieren.

"Halbleiterkrise hinterlässt Spuren im Channel"

Wann wird sich die Lage beruhigen?, fragen sich längst nicht mehr nur Autohersteller, sondern auch die PC- und Laptop-Einkäufer bei Firmen. Die globalen Engpässe beim Chip-Nachschub könnten noch "ein paar Jahre dauern", bevor sich die Lage beruhigt, sagte Intel-CEO Pat Gelsinger.
Gelsinger begründete seine Prognose auf der Fachmesse Computex ebenfalls mit dem Arbeiten im Homeoffice und der damit einhergehenden, stark gestiegenen Nachfrage nach Halbleitern für Consumer-Elektronik.
Und die "Halbleiterkrise" hinterlasse im Channel "bereits ihre Spuren", konstatiert die B2B-Handelsplattform ITscope in Bezug auf Deutschland. "Verbraucher in Deutschland müssen zukünftig mit steigenden Preisen und längeren Lieferzeiten für elektronische Geräte rechnen, auch in Branchen wie der Telekommunikation oder Unterhaltungselektronik", heisst es in einer Mitteilung. Was für den "grossen Kanton" gilt, dürfte auch hier die Hersteller und Reseller erfreuen.

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