Dell leidet unter Nachfrageflaute

17. August 2011 um 12:22
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Nur minimes Wachstum. Prognosen stark gesenkt.

Nur minimes Wachstum. Prognosen stark gesenkt.
Das Unternehmen konnte den Umsatz im zweiten Quartal aufs Jahr gesehen nur um rund 1 Prozent steigern und hat wegen der anhaltenden Konjunkturflaute in den krisengeschüttelten USA die Wachstumsprognose fürs laufende Geschäftsjahr von ursprünglich 5 bis 9 Prozent auf 1 bis 5 Prozent gesenkt. Die Anleger zeigten sich entsprechend enttäuscht, zumal die Nummer 2 auf dem PC-Weltmarkt aufgrund seiner Expansion in gewinnträchtigere Sparten in diesem Jahr mit seinen bisherigen Quartalsbilanzen die Erwartungen jeweils übertroffen hatte.
Die Dell-Aktie reagierte ausserbörslich prompt mit einem Kursverlust von über 7 Prozent, obwohl das Unternehmen den Quartalsgewinn um satte 63 Prozent auf 890 Dollar steigern konnte. Im zweiten Quartal 2011 kam Dell auf einen Umsatz von 15,7 Milliarden Dollar und lag damit leicht hinter den Branchenerwartungen. Für die nächsten drei Monate geht das Unternehmen beim Umsatz sogar von einem Nullwachstum aus. Was Dell zu schaffen macht, sind nicht nur die schlechten Aussichten für die öffentlichen und privaten Ausgaben in den USA, sondern auch die wachsende Konkurrenz durch Apple.
Ein Highlight für Dell waren im zweiten Quartal die gesteigerten Umsätze mit margenträchtigen Servern und Dienstleistungen. Der Umsatz mit Systemen für Fimennetze und Rechenzentren ist um 9 Prozent auf 2,05 Milliarden Dollar gestiegen, der Umsatz mit IT-Dienstleistungen um 6 Prozent auf 2,04 Milliarden Dollar.
Weniger gut entwickelt hat sich der PC-Verkauf als immer noch mit Abstand grösster Geschäftsbereich. Der Umsatz mit Deskop-Computern ist um drei Prozent auf 3,74 Milliarden Dollar zurückgegangen, ein Verlust, der durch das kleine Plus von 1 Prozent im Notebook-Geschäft mit einem Umsatzvolumen von 4,76 Milliarden Dollar nicht aufgefangen werden konnte.
3,7 Milliarden Dollar haben Dell allein kleine und mittelständische Unternehmenskunden (KMUs) zugespült, ein Plus von 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Die Umsätze mit großen Unternehmen und den Privatverbrauchern sind dagegen nur um 1 Prozent nach oben gegangen, die Umsätze mit der öffentlichen Hand, traditionell eigentlich die beste Trumpfkarte von Dell, sind dagegen sogar um drei Prozent geschrumpft. (Klaus Hauptfleisch)

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