Dell will mit End-to-End-Security HP einholen

25. April 2018, 12:35
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An einem globalen Webcast sprach Dell ein bisschen über All-in-one und ein bisschen über Laptops. Und viel über Verschlüsselung.

An einem globalen Webcast sprach Dell ein bisschen über All-in-one und ein bisschen über Laptops. Und viel über Verschlüsselung.
Sicherheit und Millenials, darüber sprachen Dell-Leute an einem globalen Webcast mit Journalisten sehr ausführlich. Mit diesen beiden Schlagworten will der Konzern im Business-Segment gegen den Rest der Welt antreten.
Irgendwann, irgendwo und irgendwie Arbeiten sei heutzutage so verbreitet und so gefragt bei den Millenials, dass man dem als Arbeitgeber Rechnung tragen müsse, so Jay Parker, President der Client Product Group bei Dell.
Zudem wolle der produktive und zufriedene Mitarbeiter von heute nicht bloss immer und überall auf seine Business-Apps zugreifen. Vielmehr wolle er seine Daten bearbeiten und mit Partnern teilen können und kollaborieren. Und dies mit einem einzigen Arbeitsgerät des Arbeitgebers, aber doch auch privaten Devices.
In diesem Setting, das ja Arbeitgeber gerne hören, soll man auch den Security-Ansatz verstehen, der in etwa die Hälfte der präsentierten Slides dominierte. Damit will man insbesondere Marktführer HP attackieren.
Und damit man das auch schafft, investiert Dell schon heute gegen Brute-Force-Attacken von Quantencomputern und propagiert, dass Datensicherung mit 256-Bit-Verschlüsselung bald reif fürs Tech-Museum sei. "Mit doppelter Verschlüsselung", versprach Brett Hansen, Vice President Client Software und General Manager für Security bei Dell, "machen wir Brute-Force-Attacken mit Quantencomputern unmöglich." Um natürlich sofort nachzuschieben "so unverletzlich wie möglich".
Damit meint Hansen die Verschlüsselung aller Daten und die volle Disk-Verschlüsselung mit einer Lösung. Die Dell-Verschlüsselung sei NIAP-zertifiziert, also nach Common Criteria-Standards. Auf welchem Evaluation Assurance Level zwischen eins und sieben, ist nicht spezifiziert. Sie sei "für den Einsatz in nationalen Sicherheitssystemen" zertifiziert. Sie biete daneben eine verbesserte Unterstützung für das CSfC-Programm (Commercial Solutions for Classified) der NSA.
Die Verschlüsselung laufe im Einklang mit kundeneigenen Policies, Device- und Betriebssystemübergreifend und es seien – bei Dell-Geräten – das Deployment und die Provisionierung automatisiert. Und das Management sei zentralisiert und Rollen-/Rechte- und datenbasierte Verschlüsselung sei möglich.
Der sogenannte Dell Data Guardian soll Daten schützen, egal ob sie als E-Mail, bei Cloud Services, FTP-Servern oder auf tragbaren Devices gespeichert sind. Und dies über den gesamten Lifecycle hinweg. Als File-Typen genannt werden docx, .docm, .xlsx, .xlsm, .pptx und .pdf. Man kriege als Security-Verantwortlicher auch Einblicke in die Zugriffe auf Files.
Auch den Verdacht, dass Backdoors oder Malware schon in der Fabrik implementiert werden, will Dell ausräumen. Die Security umfasse die gesamte Lieferkette und "alle Komponenten von der Entwicklung über die Montage bis zur Auslieferung".
Alles in allem verspricht Dell End-to-End-Security vom Endpoint bis zum Server.
Künstliche Intelligenz und Desktops gleichzeitig
Daneben stellte Dell diverse Neuerungen bei Latitude Laptops und Precision Workstations vor, die man VR- AR-, KI- und Machine-Learning-fähig machen will. Im VR-Bereich sei die Adoption im Business noch nicht vergleichbar mit dem Consumerbereich, so ein Sprecher, aber das komme schon noch, hiess es zukunftsgläubig.
Aber eigentlich dreht sich die Tech-Welt nicht überall so schnell. So stellte Dell auch eine neue Familie von OptiPlex All-in-One-Modellen vor. "Desktops werden fast die Hälfte aller kommerziellen PCs ausmachen, die in diesem Jahr verkauft wurden", so die Dell-Leute. Und das werde auch noch einige Jährchen so bleiben. Details zu Strategien und Spezifikationen kann man an der bevorstehenden Dell EMC World viele erhalten. (Marcel Gamma)

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