Departemente und Bundesrat im Cybermanöver

27. Mai 2013, 12:15
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Die Krisenstäbe aller Departemente sowie der Bundesrat haben am letzten Donnerstag und Freitag einen politisch motivierten, grossangelegten Cyberangriff auf die Schweiz simuliert.

Die Krisenstäbe aller Departemente sowie der Bundesrat haben am letzten Donnerstag und Freitag einen politisch motivierten, grossangelegten Cyberangriff auf die Schweiz simuliert. Ziel der stategischen Führungsübung war es, das Krisenmanagement, die Kommunikation gegen aussen und die Zusammenarbeit innerhalb der Bundesverwaltung im Falle einer erfolgreichen Cyberattacke zu testen.
Die Übung wurde von der Bundeskanzlei organisiert. Die Krisenstäbe der Departemente mussten sich dabei mit den strategischen Folgen von Ausfällen der IT-Systeme befassen und dem Bundesrat konkrete Vorschläge unterbreiten, wie mit den Folgen umgegangen werden kann. Eines der geübten Szenarien war ein Angriff auf die IT der Eidgenössischen Zollverwaltung. Falls diese einmal lahmgelegt wird, könnten Warenimporte an der Grenze nicht mehr registriert werden, da dies heutzutage von Hand gar nicht mehr möglich ist. Dadurch könnten dem Bund pro Tag mehrere Millionen Franken an Zolleinnahmen durch die Lappen gehen. In einem weiteren simulierten Fall gelang es einem Angreifer, Internet-Zertifikate der Behörden zu fälschen. Dadurch könnte jemand Internetseiten des Bundes, der Kantone oder der Gemeinden nachahmen, ohne dass sie noch vom Original unterscheidbar wären.
Wie erfolgreich das Cybermanöver war, wird erst in einiger Zeit an die Öffentlichkeit dringen. Die Bewertungen der Übung werden nun vorest intern ausgewertet. Der Bundesrat soll dann im Herbst einen Bericht verabschieden.
Die Bundeskanzlei führt im Auftrag des Bundesrates alle vier Jahr strategische Führungsübungen durch. Dass es dieses Mal um Cyberangriffe gehen soll, wurde bereits im Februar 2012 beschlossen. (hjm)

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