Der Anfang vom Ende. Oder: Aus Crunchpad wird JooJoo

9. Dezember 2009, 13:17
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BloggingToms Woche im Cyberspace CII

BloggingToms Woche im Cyberspace CII
Ein eigener Tablet-PC war der Traum von Michael Arrington, Gründer des bekannten amerikanischen Blogs "Techcrunch". Maximal 300 Dollar sollte das "Crunchpad" kosten und er war dem Ziel nach rund eineinhalb Jahren ziemlich nahe. Dann aber kam alles anders, denn Ende November verkündete Arrington das Ende seines "Crunchpad". Schuld am abrupten Ende sei das Startup "Fusion Garage" und deren Investoren, die ihn ausgebootet hätten. Dessen CEO, Chandra Rathakrishnan, teilte Arrington mit, dass er nicht mehr Teil des Projektes sei und "Fusion Garage" den Tablet-PC alleine verkaufen wolle.
Und tatsächlich präsentierte "Fusion Garage" das "Crunchpad", das nun "JooJoo" heisst, vor zwei Tagen verkaufsfertig an einer Pressekonferenz sein. Als Betriebssystem kommt offenbar Linux zum Einsatz, das allerdings nur dazu dient, den Browser zu starten. Damit kann das Internet dann (bisher allerdings nur per WLAN) erforscht werden. Mehr soll das Gerät offenbar nicht können. Das Installieren eigenständiger Programme soll, zumindest offiziell, nicht möglich sein.
Arrington, der inzwischen seine Anwälte losgeschickt hat, dürfte vor Wut schäumen. Könnte man zumindest auf den ersten Blick annehmen. Bei einem zweiten Blick zeigt sich allerdings doch die eine oder andere Ungereimtheit. So könnte es durchaus sein, dass er zwar "Opfer" ist, allerdings ziemlich blauäugig an die Sache herangegangen ist. In den Schreiben seiner Anwälte wird zum Beispiel nirgends irgend ein Vertrag oder eine Vereinbarung genannt. Zugegeben, man kann ja auch auf mündlichen Vereinbarungen basierend zusammenarbeiten. Dass das "mündliche Vertrauensprinzip" aber ausgerechnet bei einem Projekt wie dem "Crunchpad" angewandt wurde, scheint zumindest sehr suspekt.
Vielleicht kommt der Streit dem eitlen Arrington aber auch gerade recht. Der Markt für Tablet-PCs ist ein ziemlich unsicheres Terrain und der aktuelle Markt macht es solchen Produkten nicht gerade leicht. Nicht zu unrecht pochte Arrington bereits früh auf einem Preis von unter 300 Dollar. Ein "Chrunchpad" oder eben "JooJoo", das nun 499 Dollar kosten soll, dürfte es im Kampf gegen Netbooks, die nicht nur günstiger zu haben sind, sondern auch noch mehr können, ungleich schwer haben. Und so könnte Arrington der aktuelle Streit als "Exit-Strategie" auch ganz gelegen kommen...
Und zum Schluss noch dies: Die Briten haben wissenschaftlich untersucht, warum man an Flughäfen immer so lange warten)

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