Der Beweis: "Unified Communications" lohnt sich

25. August 2008, 12:39
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Schweizer Studie zeigt auf, dass Unternehmen mit vereinheitlichter Kommunikationsinfrastruktur weniger Leerläufe produzieren. Die Unterschiede sind aber eher graduell.

Schweizer Studie zeigt auf, dass Unternehmen mit vereinheitlichter Kommunikationsinfrastruktur weniger Leerläufe produzieren. Die Unterschiede sind aber eher graduell.
"Unified Communications" (UC), die Integration verschiedener Kommunikationswege (Festnetztelefonie, Mobiltelefonie, Mail, SMS...) in eine technische Plattform, ist kein leeres Schlagwort mehr. Dies zeigt eine aktuelle Untersuchung der Berner Beratungsfirma Sieber & Partners. Von 275 Personen, die an einer Befragung von Sieber & Partners teilnahmen, haben fast die Hälfte (45 %) in ihrem Unternehmen mindestens die Kernfunktionen (Präsenzinformation und integrierte Kommunikationsmittel) einer integrierten Kommunikationslösung umgesetzt. Dabei ist "Unified Communications" stärker in dienstleistungsorientierten Unternehmen, in Grossunternehmen und in solchen, die sehr flexible Arbeitsmodelle haben, verbreitet.
Rationalisierung ja - Einsparungen nur bedingt
Unternehmen investieren vor allem in Lösungen für Unified Communications, um die Zusammenarbeit zu fördern, Leerläufe zu vermeiden und mobile Mitarbeitende besser einzubinden. Weniger bedeutend ist hingegen der Wunsch nach Kostensenkungen. Auf der Skala von 1 (kein Ziel) bis 6 (wichtiges Ziel) erhielt der Punkt "Kosten senken" einen Durchschnittswert von 3,8. Zum Vergleich: Die Ziele "Teamarbeit stärken" und "Reaktionszeiten senken" werden mit einer "Zustimmungsnote" von 4,8 als wesentlich wichtiger angesehen.
Immerhin sagten dann aber 50 Prozent der Umfrageteilnehmer, die bereits UC-Lösungen eingeführt haben, die Übung habe sich sowohl finanziell wie nicht-finanziell gelohnt. Wichtiger scheint aber die allgemeine Verbesserung der Kommunikation und Zusammenarbeit zu sein. So gaben 90 Prozent der Befragten an, Zeitverluste durch unnötige Kontaktversuche hätten sich verringert. Verbessert haben sich auch Wartefristen auf Antworten und Leerläufe durch ungleichen Informationsstand. Einzig beim Punkt "häufige Arbeitsunterbrechungen" gibt es auch Verschlechterungen der Lage (bei 8 Prozent der Umfrageteilnehmer) nach der Einführung einer UC-Lösung.
Dass integrierte Kommunikationslösungen tätsächlich bestimmte Probleme beheben können, zeigen die Antworten auf die Frage nach Problemen in der Firma. Hier sind teilweise signifikante Unterschiede zwischen Anwendern einer UC-Lösung und solchen von getrennten Kommunikationsstrukturen festzustellen.
Zum Beispiel finden 30 % der Nicht-UC-Nutzer Medienbrüche zwischen Kommunikationsanwendungen ein Problem während es nur noch 10 % der UC-Anwender sind.
Die Studie
Die Studie zeigt, wie die Autoren durchaus zugeben, kein repräsentatives Bild. Dafür ist die Auswahl der Umfrageteilnehmer zu wenig zufällig erfolgt und ihre Zahl zu klein. Ebenfalls zu berücksichtigen ist, dass die Studie von Anbietern im UC-Umfeld gesponsort wurde und wohl kaum veröffentlicht worden wäre, wenn das Resultat "UC ist völlig sinnlos!" geheissen hätte.
Trotzdem: Sie gibt einen Einblick in Push- und Hemmfaktoren für die Einführung von UC-Lösungen, stellt Erwartungen und Realität gegenüber und macht einen einfachen Vorschlag, wie die Einführung einer UC-Lösung anzupacken wäre.
Die 64-seitige Studie kostet 298 Franken (exkl. MWSt) und man kann sie online bestellen und herunterladen. (Christoph Hugenschmidt)

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