Der Bund wagt sich an Vista

28. Januar 2008, 13:56
  • e-government
  • bund
  • informatik
image

Der Standardarbeitsplatz des Bundes wird Windows Vista und Office 2007 beeinhalten. Einführung im Laufe des Jahres und noch bis 2011.

Der Standardarbeitsplatz des Bundes wird Windows Vista und Office 2007 beeinhalten. Einführung im Laufe des Jahres und noch bis 2011.
Der Bund wagt sich im Laufe dieses Jahres an ein Unterfangen, vor dem viele Unternehmen noch zurückschrecken (oder das manche am liebsten ganz auslassen würden): Im Zuge der umfassenden Standardisierung der elektronischen Arbeitsplätze in allen Departementen der Schweizerischen Bundesverwaltung wird Zug um Zug auch Windows Vista als Betriebssystem und Microsofts "Office 2007" als neue Bürosuite eingeführt. Der Bund lässt sich aber Zeit: Die Migration, beziehungsweise die Einführung der Standardarbeitsplätze, beginnt wie bereits früher geplant in diesem Jahr und wird dann stückweise bis 2011 abgeschlossen.
Peter Fischer, Delegierter für die Informatikstrategie des Bundes bestätigte gegenüber inside-it.ch diese kleine Information, die in einer Meldung des Finanzdepartements zum Gespräch zwischen Bundesrat Hans-Rudolf Merz und Bill Gates am WEF zu finden war. Der Plan zur Standardisierung der Arbeitsplätze wurde vor rund einem halben Jahr offiziell bekannt gegeben. Dass mit der Standardisierung nach der Entscheidung für Microsoft-Produkte auch eine Einführung der neuen Software-Generationen verbunden sein müsste, war angesichts des Einführungszeitrahmens absehbar.
Peter Fischer bestätigt die grundsätzliche Überlegung. Der Grundentscheid für Vista, so Fischer, sei schon bei der Ausarbeitung der Standardisierungpläne im Jahr 2006 gefallen, also noch bevor Vista auf den Markt kam. Wenn man schon eine Standardisierung durchführe, so habe man damals entschieden, dann sinnvollerweise auch gleich mit dem neuen Betriebssystem.
Die Einführung von Vista und Office 2007 beim Bund dürfte aber sowohl Microsoft als auch umstellungswilligen CIOs neue Argumente liefern (Falls nichts Gröberes schief läuft.) Gegenwärtig ist die Ausstattung der Arbeitsplätze beim Bund noch stark gemischt, wie uns Fischer erklärte. Auf der Betriebssystemebene herrscht Windows XP vor, allerdings in verschiedenen Konfigurationen, und auf einem kleineren Teil der PCs läuft auch noch Windows 2000. Die letzteren sollen bei der Umstellung nun als erste dran kommen. Von der Standardisierung erhofft man sich unter anderem Effizienzgewinne und damit Kosteneinsparungen bei ihrer Betreuung.
Bundesrat Merz unterhielt sich übrigens mit dem Microsoft-Gründer und scheidenden Chefstrategen Bill Gates gemäss Finanzdepartement über die Bedeutung von Microsoft als einer der wichtigsten Informatiklieferanten für die Bundesverwaltung und die Entwicklung von E-Government. Gates habe sich interessiert gezeigt an den gemeinsamen Aktivitäten von Bund, Kantonen und Gemeinden zum Vorantreiben von E-Government in der Schweiz. (Hans Jörg Maron)

Loading

Mehr zum Thema

image

Für Gemeinden ist IT-Sicherheit ohne Dienstleister nicht zu haben

Gemeinden sind keine Unternehmen, aber müssen – und wollen – ihre IT ebenso modernisieren, sagt Marco Petoia vom Gemeinde-RZ-Betreiber RIZ in Wetzikon. Fällanden und Bauma erklären uns, warum.

publiziert am 7.12.2022
image

Beschluss für europaweit einheitliche E-ID gefasst

Die eIDAS-Verordnung der EU verpflichtet alle Mitgliedstaaten, eine einheitliche digitale Identität anzubieten. Europa scheint nicht aus den Fehlern der Schweiz gelernt zu haben.

publiziert am 7.12.2022
image

Bundesratswahl: Gülle statt Gever

Das Parlament hat heute eine neue Bundesrätin und einen neuen Bundesrat gewählt. Dabei liess die Bundesversammlung aber Weitsicht vermissen. Ein Kommentar von Chefredaktor Reto Vogt.

publiziert am 7.12.2022
image

Vernichtete Akten erschweren Aufarbeitung des Zürcher Datenskandals

Hardware aus der Justizdirektion wurde unsachgemäss entsorgt. 2019 vernichtete Akten machen es aber faktisch unmöglich, die Vorkommnisse genau nachzuzeichnen.

publiziert am 6.12.2022 1