Der Bundesrat wird "papierlos"

1. Juni 2012, 13:00
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Bundeskanzlei realisiert das Projekt ÜDP. Bundesratssitzungen werden seit 9. Mai papierlos vor- und nachbereitet.

Bundeskanzlei realisiert das Projekt ÜDP. Bundesratssitzungen werden seit 9. Mai papierlos vor- und nachbereitet.
Seit Anfang Mai werden die wöchentlichen Sitzungen des Bundesrats papierlos vor- und nachbereitet. An den ordentlichen Sitzungen des Bundesrats werden jährlich zwischen 2000 und 2500 Geschäfte entschieden. Neu werden alle Dokumente, also Mitberichte, Stellungnahmen, Medienmitteilungen und die "Geschäfte" selbst (z.B. eine neue Verordnung) in der Vor- und Nachbereitung der Sitzung ausschliesslich in Form von elektronischen Dossiers verteilt.
GEVER ÜDP, wie das System in amtsdeutsch heisst, steht für "Geschäftsverwaltung Überdepartementale Prozesse". Dass nun GEVER auch für Vorbereitung von Bundesratssitzungen eingesetzt wird, hat verschiedene Vorteile. So sind alle Generalsekretariate aller Departemente gleichzeitig auf dem gleichen Informationsstand und es gibt keine Medienbrüche bei der Übermittlung der Dokumente mehr. Ausserdem wird die Traktandenliste der Sitzung laufend aktualisiert und Mitberichte sind sofort verfügbar, wie Ursula Eggenberger von der Bundeskanzlei auf unsere Anfrage in einem E-Mail schreibt. Damit wird die Effizienz der Sitzungen erhöht, so Eggenberger.
Die Einführung von GEVER ÜDP hat gemäss Eggenberger etwa eine Million Franken gekostet, wobei die internen Personalkosten nicht einberechnet sind. Wer die Informatikinfrastruktur der Bundesverwaltung kennt, weiss, dass die Plattform übrigens vom ISCeco, vom Information Service Center des EVD und nicht etwa vom BIT (Bundesamt für Informatik) betrieben wird.
Fabasoft und Schnittstellen
Wenig überraschend ist, dass die Bundeskanzlei GEVER ÜDP mit Software von Fabasoft realisiert hat, denn das bisher eingesetzte GEVER der Bundeskanzlei wurde mit der österreichischen Software realisiert.
Die Kommunikation mit Departementen, die andere GEVER-Lösungen einsetzen, erfolgt über die Standard-Schnittstellen eCH-0039 und eCH-0090. Das Finanzdepartement zum Beispiel, setzte auf eine Lösung, die auf Microsoft Office aufbaute. Das "OXBA" getaufte Projekt wurde letzten November vom neuen BIT-Chef Giovanni Conti abgeschossen, ein. (Christoph Hugenschmidt)

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