Der Bundesrat zu den Risiken von drahtlosen Netzwerken

16. März 2007, 13:41
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"Zum heutigen Zeitpunkt kein Regelungsbedarf festgestellt."

"Zum heutigen Zeitpunkt kein Regelungsbedarf festgestellt."
Der Bundesrat hat heute auf ein Postulat vom 8. Oktober 2004 der Berner SP-Nationalrätin Evi Allemann reagiert. In einem Bericht nimmt der Bund Stellung zum Thema "Risikopotential von drahtlosen Netzwerken". Die Untersuchung wurde von verschiedenen Fachleuten des Bundesamts für Gesundheit (BAG), Bundesamts für Kommunikation (BAKOM), Bundesamts für Umwelt (BAFU) und des Schweizerischen Heilmittelinstituts Swissmedic durchgeführt. Das Fazit zum Thema Strahlungen: "Zum heutigen Zeitpunkt wird kein Regelungsbedarf festgestellt, weder was die steigende Anzahl an Hotspots anbelangt, noch hinsichtlich der Strahlung oder der Gesundheitsrisiken."
Kleine Gesundheitsrisiken
Im Bericht wurden verschiedene Technologien wie Bluetooth, WLAN oder WiMAX untersucht. Die Strahlung der zurzeit verbreiteten Netzwerke sei relativ schwach, so dass die Gesundheitsrisiken auch für Kinder und Jugendliche als klein einzustufen seien. Jedoch könnten Strahlungen in Zukunft zunehmen. Es gibt schliesslich immer mehr Access-Points und die neuen Standards haben eine immer höhere Datenrate, grössere Reichweiten und höhere Sendeleistungen.
Gemäss der Untersuchung ist in der Nähe medizinischer Geräte Vorsicht geboten. Diese können durch die Netze gestört werden, weil sie meistens auch in einem lizenzfreien Frequenzbereich senden. Bislang bestehe aber bezüglich der Verwendung von drahtlosen Netzwerken in Spitälern eine zu kleine Wissensbasis. Es gibt aber auch Vorteile für die Medizin: Mit Bluetooth könne zum Beispiel die Anzahl Kabel am Patientenbett reduziert werden.
Datensicherheit gefährdet
Was die Daten- und Informationssicherheit von drahtlosen Netzen anbelangt, kommt die Untersuchung zum Schluss, dass ein Sensibilisierungsbedarf besteht. "Wenn der Internetanschluss über ein WLAN läuft, besteht eine erhöhte Gefahr, dass der Verkehr überwacht wird", heisst es im Bericht. Der sogenannte "Lauscherkreis" werde in diesem Fall um alle Leute erweitert, die sich innerhalb der Reichweite des WLAN aufhalten. Zudem sei es so, dass es für Laien schwierig sei, die grundlegenden Sicherheitsmassnahmen anzuwenden.
Der vollständige Bericht ist auf der BAG-Site im PDF-Format erhältlich. (mim)

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