Der Computer, ein Mensch?

17. Dezember 2012, 15:38
  • politik & wirtschaft
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IBM blickt in die Kristallkugel und glaubt an die kognitiven Fähigkeiten der Computer.

IBM blickt in die Kristallkugel und glaubt an die kognitiven Fähigkeiten der Computer.
Ende des Jahres ist es Zeit für Prophezeiungen. Wir von inside-it.ch und inside-channels.ch werden unsere Visionen für 2013 erst in den kommenden Tagen offenbaren, andere machen das schon jetzt. IBM veröffentlicht seit sechs Jahren jeweils die "5 in 5" genannten Vorhersagen zu fünf technischen Innovationen, die in den nächsten fünf Jahren beginnen werden, unser Leben nachhaltig zu verändern. Heute war es wieder so weit.
IBM glaubt, dass Computer uns Menschen immer ähnlicher werden. Rechner sollen mit einfachen sensorischen Fähigkeiten ausgestattet und so lernfähig werden. Sie sollen aus Daten selbstständig Schlüsse ziehen können. "Big Blue" verweist dabei auf den Supercomputer Watson, der vor zwei Jahren "das Zeitalter der kognitiven Systeme" eingeläutet habe. In Wahrheit ist zwar faszinierend, was Watson kann, doch in der Praxis sind Watson und ähnliche Systeme noch nicht verbreitet. Es gibt durchaus ähnliche kommerzielle Ansätze: Siri, der persönliche Assistent von iPhone- und iPad-Nutzern, befindet sich aber über ein Jahr nach dem Launch nach wie vor im Beta-Stadium und ist zum Teil ziemlich fehlerhaft.
Klügere Bots?
Die fünf Sinne des Menschen, wie sie bereits von Aristoteles beschrieben wurden, sind: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten. IBM glaubt nun, dass Computer in den nächsten Jahren in allen fünf Bereichen enorme Fortschritte machen werden. Was das Sehen betrifft, werde sich die Bilderkennung von Maschinen kontinuierlich weiterentwickeln. Wo bisher noch Menschen zur Interpretation von Bilddaten gebraucht werden, kommen in Zukunft verstärkt Computersysteme zum Einsatz, die selbstständig interpretieren, was die visuellen Daten darstellen, glaubt IBM. Das könnte allerdings Probleme schaffen, denkt man nur beispielsweise an Captchas, die verwendet werden, um eben festzustellen, ob tatsächlich ein Mensch oder eine Maschine versucht, ein Internetformular zu bearbeiten.
Hören und Riechen
Computer sollen auch immer besser Hören können. Geräusche, Vibrationen oder einfache Druckwellen erzeugen Daten, die Computer "bald" selbstständig interpretieren und "übersetzen" können, glaubt IBM. Erdbeben oder andere Naturkatastrophen könnten so vielleicht früher erkannt werden. Oder man könnte endlich verstehen, was ein Kleinkind vor sich hin brabbelt. Kleinkinder machen bekanntlich auch in die Windeln, womit wir beim Riechen wären: IT-Systeme sollen zum Beispiel durch die Analyse von Gerüchen selbstständig Luftverschmutzung oder Kontaminierungen des Bodens frühzeitig erkennen. Oder man könnte ins Smartphone hauchen und danach erfahren, wie krank man ist.
Schmecken und Tasten
Etwas weit her geholt sind hingegen die Anwendungsbeispiele fürs Schmecken. Informationstechnologie werde zum Ernährungsberater, behauptet IBM. Künftig sollen Geräte Geschmacksrichtungen erkennen und uns zum Beispiel dabei helfen, wenig schmackhaftes Essen zu verbessern. Was das Tasten betrifft, glaubt IBM, dass Berührungssensoren und Infrarottechnologien den Menschen ermöglichen werden, Dinge wirklich zu fühlen. So könnte man zum Beispiel den Stoff fühlen, wenn man in einem Online-Shop nach Hochzeitskleidern stöbert.
Ob die Visionen Realität werden, wird sich in fünf Jahren zeigen. Bei den ersten Prophezeiungen vor sechs Jahren war die Trefferquote eher durchzogen. (mim)

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