Der digitale Auftritt ist das Aushängeschild von Unternehmen

21. September 2018, 14:46
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Warum New Relic von der Digitalisierung besonders profitiert, erklärt EMEA-Chef Bruno Teuber im Gespräch.

Warum New Relic von der Digitalisierung besonders profitiert, erklärt Bruno Teuber, Europa-Chef des Anbieters von App-Monitoring-Lösungen, im Gespräch.
Etwas über 355 Millionen Dollar setzte der SaaS-Anbieter New Relic im vergangenen Geschäftsjahr um – ein Plus von 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bis 2022 soll der Umsatz auf eine Milliarde Dollar anwachsen, kündigte CEO und Gründer Lew Cirne an. Dieses Ziel werde New Relic erreichen, bestätigt Bruno Teuber, seit März 2016 Senior Vice President, EMEA Enterprise Sales, im Gespräch mit inside-it.ch. Das Unternehmen arbeitet profitabel: In den drei Monaten bis Ende Juni 2018 erwirtschaftete New Relic einen operativen Gewinn von 8,7 Millionen Dollar.
New Relic ist ein 2008 gegründeter Anbieter von Lösungen für das App- und Infrastrukturmonitoring und mischt damit in einem ähnlichen Markt mit wie Dynatrace oder der seit vergangenem Jahr zu Cisco gehörende Anbieter AppDynamics. Die New Relic-Lösung für das App-Performance-Management (APM) wird als reines SaaS-Produkt zur Verfügung gestellt und ermögliche Anwendern eine Echtzeitübersicht über den Zustand ihrer Infrastruktur und die Performance ihrer Applikationen.
Teuber ist von Zürich und London aus für die EMEA-Region verantwortlich. Weltweit zählt New Relic 17'000 zahlende Kunden.
Digitalisierung spiele New Relic in die Hände
Nicht nur der eigene CEO Cirne sondern auch Analysten gehen von bei New Relic von weiterem, starken Wachstum aus. Ein Umsatzplus von jeweils 30 Prozent könne der Anbieter in den nächsten paar Jahren durchaus schaffen, schreibt BMO Captial. New Relic verzeichne kaum Fluktuation. "Wir behalten unsere Kunden", nennt Teuber einen Grund für das Wachstum.
Während ein Unternehmen früher die grosse Filiale am Paradeplatz zum Aushängeschild gemacht habe, sei es nun der digitale Auftritt. Heute müsse jede Firma digital sein, glaubt Teuber, und nennt damit einen weiteren Grund für die steigende Nachfrage nach Tools zum Monitoring der Performance von Apps und Webauftritten.
Je länger je mehr würden Einnahmen direkt vom Onlineauftritt abhängen, was sich am Beispiel Ryanair illustrieren lasse. Die Fluggesellschaft überwache den Onlineverkauf von Flugtickets in Echtzeit. Liege die Zahl der verkauften Ticktes pro Minute unter den Vergleichstagen, so würde eine Reihe von Sofortmassnahmen ergriffen. Dazu gehört die Überprüfung der Performance der Website. Läuft die Website schlecht, sinken die Einnahmen des Unternehmens direkt. Gleichzeitig könne aber auch das Marketing-Team mit Aktionen beispielsweise über Social-Media auf schwache Verkäufe reagieren. Entsprechend zählt New Relic Kunden aus den Bereichen E-Commerce oder Travel. Migros, Holidaycheck und DeinDeal sind Beispiele aus der Schweiz.
Zwischen Business und Technik
Einen weiteren Grund für das Wachstum von New Relic sieht Teuber in neuen Methoden Software zu entwickeln und auszurollen: Agile Entwicklung, die steigende Anzahl von Applikationen durch Virtualisierung und zahlreiche Microservices, die nur für eine begrenzte Zeit verfügbar sind. Das wachsende digitale Angebot kann für eine Firma komplex werden, ohne Monitoring ist nicht zu erfahren, was funktioniert hat und was nicht und warum. New Relic zähle somit neben Grossfirmen auch kleinere Firmen als Kunden. Man habe in der Schweiz auch eine "namhafte Zahl" von kleinen Kunden, darunter auch Software-Entwickler. Die SaaS-Lösung sei einfach und schnell zu installieren und Anwender hätten innert wenigen Minuten ihre Daten vor sich.
Die Lösungen könne von verschiedenen Abteilungen in einem Unternehmen verwendet werden, von der Marketing-, über die E-Commerce-Abteilung hin zur Technik. CEO Cirne nennt dies "Demokratisierung von APM". Von einem Dashboard aus können die User der Ursache eines Problems auf den Grund gehen.
Die breite Anwenderbasis wiederum spielt dem Hersteller in die Hände: Je mehr Leute in einer Firma die Lösung verwenden, desto "unentbehrlicher" werde man aber auch, wie Teuber anfügt. (Katharina Jochum)

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