"Der Digitalisierungs­druck steigt"

20. September 2021 um 13:44
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Die Pandemie hat den Druck auf die Unternehmen erhöht, gleich­zeitig geriet die Digitalisierung ins Stocken, wie am DSAG-Jahres­kongress zu erfahren ist.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise seien bei vielen Schweizer SAP-Anwenderfirmen geringer ausgefallen als zunächst befürchtet. So die gute Nachricht zu Auftakt der diesjährigen Jahreskonferenz der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG).
Ging im Jahr 2020 der Umsatz noch bei 76% der Schweizer DSAG-Mitglieder zurück, ist dies in diesem Jahr nur noch bei 33% der Fall. Auch bei den IT-Budgets hat sich die Situation erholt, wie die Befragung der DSAG weiter zeigt. Vergangenes Jahr ging ein Viertel der Unternehmen von einem Rückgang um mehr als 20% aus. Aktuell sind es nur noch 5%, die dies befürchten.
Jens Hungershausen, DSAG-Vorstandsvorsitzender, eröffnete die Konferenz mit einem "symptomatischen Bild" aus der deutschen Verwaltung, das sich auch auf die Schweiz übertragen lässt: Das Gesundheitsamt musste in der Pandemie noch auf Faxe setzen. Auch den Unternehmen seien die Mängel bei der Digitalisierung klarer geworden, ergänzte Jean-Claude Flury, DSAG-Fachvorstand Schweiz. Der Druck auf die Firmen steige, und zwar was die durchgängige Digitalisierung interner Prozesse und auch was die Erwartungen der Kunden anbelangt, so Flury an der Keynote der DSAGLive. 
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Ergebnisse der aktuellen Befragung von SAP-Anwendern in der Schweiz. Quelle: DSAG
Der Jahreskongress der SAP-Anwender steht unter dem Motto "Mut und Intelligenz – Jetzt!". Unternehmen sollten nun die Herausforderung angehen, Prozesse zu überdenken und neue Geschäftsmodelle auf Basis intelligenter Technologien aufzubauen, sagte Hungershausen zur Eröffnung. Dies betonte auch SAP-Konzernchef Christian Klein in einer anschliessenden Medienkonferenz. Technologie allein reiche für den digitalen Wandel nicht aus. Es brauche auch den Menschen, es brauche Mut. Unternehmen müssten etwa langjährige Prozesse überdenken, die Mitarbeitenden mitnehmen und auch das Geschäftsmodell ändere sich.

Digitalisierung geriet leicht ins Stocken

In der aktuellen Befragung der DSAG gaben 82% der Schweizer SAP-Anwender an, dass die Anforderungen der Digitalisierung im Vergleich zum Vorjahr zugenommen hätten. 50% sagten, sie kommen mit der Digitalisierung schnell voran – im Vorjahr waren es noch 55%. 
Entsprechend ist die Zahl der Firmen gestiegen, die in der Umfrage erklärten, mit der Digitalisierung nicht voranzukommen. "Die leicht stockenden Digitalisierungsbemühungen sind sicherlich zu einem Grossteil der Pandemie zuzuschreiben. Wobei der Mut zur Veränderung bei den Schweizer Unternehmen etwas stärker sichtbar ist, als im DACH-Raum", sagt dazu Flury.

Cloud, Daten und Individualisierung als Herausforderungen

Cloud und Datenstrukturen sind zwei weitere Themen, die Flury anspricht. Beides seien Dauerbrenner für die SAP-Anwender. Die Befragung zeige zwar, dass in der Schweiz der Anteil jeder, die der Cloud gegenüber positiv gestimmt sind, leicht überwiegt. Zurückhaltung gebe es aber, sobald es um die Verlagerung von sensiblen Daten geht, fügte er an.
Eine zentrale Forderung der DSAG sei seit langem eine bessere Integration sowie abgestimmte Datenstrukturen. Hier seien noch nicht alle Probleme gelöst, damit Unternehmen die Digitalisierung effizient vorantreiben könnten. Den Stand der Integration von SAP-Anwendungen, Partner- und Third-Party-Lösungen insgesamt beurteilen 21% der Schweizer Umfrageteilnehmer mit gut und 43% mit befriedigend. Der DSAG-Fachvorstand sieht Handlungsbedarf bei SAP. Bei den Anwendern stelle sich dabei auch eine Ressourcen-Frage. Um gewisse Integrationsprobleme zu lösen, brauche es Zeit und Personal – beides grosse Herausforderungen für die Unternehmen.
Als weitere Herausforderungen nannte Klein die Personalisierungen und Individualisierung der ERP-Systeme. Für SAP gehe es nicht nur darum, Anwender in die Cloud zu bringen, sondern auch darum, sie "zurück in den Standard zu holen", wie der SAP-Chef erklärte. 
Interessenbindung: inside-it.ch ist Medienpartner der DSAG. 

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