Der erste Laptop aus dem 3D-Printer

10. November 2014, 14:07
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Raspberry Pi + 3D-Printer = individuelle Hardware. Ein Selbstbau-Computer mit Open-Source-Philosophie.

Raspberry Pi + 3D-Printer = individuelle Hardware. Ein Selbstbau-Computer mit Open-Source-Philosophie.
Das britische Startup Pi-Top hat einen Laptop mit dem gleichen Namen entwickelt, dessen Gehäuse die Käufer selbst in einem 3D-Printer ausdrucken können. Screen, Touchpad, Tastatur und Innereien - das Kernstück ist ein Raspberry-Pi-Minicomputer - werden als Bausatz geliefert. Die nötigen Dateien erhält man als SLT-Files. Voraussetzung ist ein 3D-Printer, der mindestens 5x5-Zoll grosse Teile drucken kann.
Der Pi-Top soll zwar erst ab dem nächsten Mai offiziell vertrieben werden, über die Crowd-Funding-Plattform Indiegogo kann man ihn aber schon jetzt kaufen. Für 285 Dollar plus Versandkosten erhält man alles, was es braucht, um ihn selbst zusammen zu bauen.
Preislich liegt der Pi-Top damit nicht deutlich unter dem Niveau von billigen Fertig-Laptops. Aber ein Käufer kann sich zumindest über ein Gerät freuen, das wohl nicht jeder hat - und vielleicht hält er sogar ein Stück industrielle Zukunft in der Hand. Das Pi-Top-Team sieht ihn nämlich nicht nur als Laptop, sondern will damit ein Stück des Open-Source-Gedankens ins Hardwaregeschäft bringen. Käufer sollen von Pi-Top dazu inspiriert werden, Raspberry Pis und andere Komponenten sowie selbst im 3D-Drucker gefertigte Teile zu kombinieren und damit - möglicherweise auch ganz neuartige - eigene Geräte zu kreieren.
Zum Pi-Top gehören deshalb Lehrgänge, durch die User lernen sollen, Elektronik zu verstehen, Raspberry Pis und später auch andere Minicomputer zu programmieren und eigene gedruckte Leiterplatten und 3D-Objekte zu entwerfen.
Roboter und anderes im Selbstbau
Um die Idee noch zu verdeutlichen, erhält man für ein paar Dollar mehr (399 Dollar) zum Pi-Top zwei zusätzliche sogenannte HATs. Mit dem einen kann man ein Roberterlein bauen, der zweite ist für Geräte zur Überwachung der eigenen Wohnung bestimmt.
HATs ("Hardware Attached on Top") sind individuell programmierbare und mit verschiedensten Sensoren ausstatttbare Zusatzmodule zu den Raspberry Pis. Ihre Programmierung kann man ebenfalls in den Pi-Top-Lehrgängen lernen.
Der "Robot HAT" ist mit Treibern zur Steuerung von Motoren und Servos, Digital-Analog-Konvertern, Infrarot-Entfernungsmessern und anderen Sensoren bestückt. Ein dazugehöriges Chassis kann man ebenfalls im 3D-Printer drucken. Der "Home Automation HAT" ist mit einer ganzen Reihe von Sensoren ausgestattet, die unter anderem Luftdruck, Temperatur und Feuchtigkeit messen und Geräusche registrieren können. Der Output kann zur Steuerung von Motoren, Buzzern, einem kleinen Display oder einem Relais benützt werden. (hjm)
(Fotos: Pi-Top / Indiegogo)

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