Der etwas andere Apple-Sweatshop

12. November 2012, 13:00
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Angeblich sind nicht nur die Arbeitsbedingungen für Apple-Zulieferer in Asien miserabel, auch im grossen Kanton beklagt man sich.

Angeblich sind nicht nur die Arbeitsbedingungen für Apple-Zulieferer in Asien miserabel, auch im grossen Kanton beklagt man sich.
Offenbar herrschen in deutschen Apple-Stores "unterste" Arbeitsbedingungen. Ehemalige Angestellte klagen nun an und bald soll eine landesweite Personalkommission (Betriebsrat) gegründet werden, dies schreiben diverse Medien unter Berufung auf einen Artikel im Nachrichtenmagazin 'Spiegel'.
Ein Apple-Store sei ein "toller Ort in der Dichtung, aber in der Realität sieht es anders aus", das sagten Mitarbeitende gegenüber dem 'Spiegel', schreibt der 'Tages-Anzeiger'. Apple berichtet nicht gerne über seine Fassade hinaus, doch die Mitarbeitenden plauderten offenbar aus dem Nähkästchen und beklagten sich über "die Diktatur der guten Laune, ein System der Selbstausbeutung und tiefe Löhne". Die deutschen Apple-Mitarbeitenden würden zu einem Stundenlohn von 10 bis 12 Euro arbeiten, heisst es weiter. Dazu komme, dass in einer Münchner Filiale Arbeitsplätze in unbelüfteten Lagerräumen eingerichtet wurden, obwohl laut Mietvertrag nicht vorgesehen war, dass dort Menschen arbeiten sollen. Weiter schreibt der 'Spiegel', dass eine Münchner Filiale offenbar kurz davor stand, geschlossen zu werden, nachdem der Betriebsrat das Gewerbeaufsichtsamt ins Haus geholt habe. Grund: Zu kleine und vollgestellte Pausenräume, fehlende Umkleidekabinen, zu wenige Pissoirs und nur zwei Herren- und drei Damentoiletten für über 70 Mitarbeitende. Und: Überwachungskameras, welche das Personal filmen. Die Folge ist, dass Mitarbeitende oft krank sind und Nervenzusammenbrüche erleiden.
Laut 'Spiegel' habe man im vergangenen Januar, drei Jahre nach der Eröffnung des ersten Apple-Stores in München, die erste Personalkommission gegründet. Dies sehe Apple als einen Imageschaden. Im Dezember sollen nun weitere Betriebsräte in Frankfurt gewählt werden, um später eine Personalkommission für Apple Retail Germany zu gründen, was den Computerhersteller nicht freuen mag. Apple liess offenbar einen Fragebogen zu den Vorwürfen unbeantwortet, so der 'Spiegel'. (hal)

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