Der Feind meines Feindes ist mein Freund

23. November 2011, 14:20
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HP, SAP und Intel finden, SAP-Anwender könnten von Oracle auf Sybase migrieren. Test-Umgebung von SEC 1.01 bei Swisscom.

HP, SAP und Intel finden, SAP-Anwender könnten von Oracle auf Sybase migrieren. Test-Umgebung von SEC 1.01 und Swisscom SAP Services.
Der Feind meines Feindes ist mein Freund: Dieses Prinzip gilt in der Politik des Mittleren Ostens ebenso wie in der Informatik. Seitdem Oracle letzten März bekannt gegeben hat, seine Datenbank in Zukunft nicht mehr für HPs Highend-Systeme mit Itanium-CPUs zu entwickeln eine potentiell scharfe Waffe: Eine Datenbank.
Die meisten SAP-Systeme werden heute mit einer Datenbank von Oracle betrieben.
40 Prozent tiefere TCO für die Plattform
Kunden könnten mit einem Wechsel auf die "Integrity" Unix-Server von HP und dem Einsatz von Sybase ASE als Datenbank die Gesamtkosten für die Plattform (Hardware, Datenbank, Management-Software, Betriebssystem) um bis zu 40 Prozent reduzieren, sagte gestern Adrian Mebold an einer Medienveranstaltung in Zürich. Mebold ist bei HP Schweiz für den Vertrieb der Highend-Systeme verantwortlich ist. Sekundiert wurde Mebold von Rico Künzler vom HP-Spezialisten SEC 1.01. Seine Firma hat zusammen mit Swisscom eine Testumgebung aufgebaut, an der Kunden SAPs In-Memory-Appliance HANA, aber auch das Zusammenspiel der Sybase DB zusammen mit SAP ERP 7.0 auf Hardware von HP (Infinity oder x86-Blades, 3PAR- und EVA-Storage) auf einer "Spielwiese" testen können.
"Für die nächste Dekade"
Dass das Bündnis zwischen HP, SAP und Intel keine Eintagsfliege ist, betonte auch Patrick Messmer von Intel Schweiz. Itanium bleibe die Plattform von Intel für Hochverfügbarkeitssysteme auch für die nächste Dekade, so Messmer.
Auch nehmen die Sybase-Datenbanken in der Strategie von SAP einen immer grösseren Raum ein. So zeigte Stephan Sieber, Verkaufsleiter und Nr. 2 bei SAP Schweiz, eine interessante Folie über die geplante Weiterentwicklung der SAP Business Suite (ERP + Umsysteme wie CRM). In einer nächsten, "zweiten Welle" soll nicht nur SAP HANA vermehrt für neuartige Anwendungen - etwa blitzartige Preisberechnungen - verwendet werden, sondern Sybase ASE soll mehr und mehr die Datenbanken von Drittanwendern, konkret Oracle und IBM verdrängen.
Nicht heute und morgen
So schnell wird dies allerdings nicht passieren. Viele Anwender sind zwar auf Oracle wegen deren Lizenzpolitik sauer, wechseln können sie aber nicht, da sie viele Systeme mit Oracle-Datenbanken betreiben und das entsprechende Know-how haben. Spezialisten zu finden und zu halten ist wesentlich teurer als jede noch so teure Datenbank. Ausserdem funktioniert Sybase ASE erst für die neuesten Versionen der SAP-Software und die Migration von der einen zu einer anderen Datenbank ist aufwändig. So rechnet selbst Mebold mit etwa 9 bis 12 Monaten Projektzeit für den Wechsel der Datenbank für eine grosse SAP-Installation. Ein SAP-Grosskunde hat sich aber trotz allem für den Wechsel von Oracle auf Sybase ASE entschieden: Hewlett-Packard.
Immerhin: Wer neue SAP-Systeme einführen oder auf neue SAP-Versionen migrieren will, kann Sybase ASE im Zusammenspiel mit HP-Hardware nun im "SAP Innovation Center" von SEC 1.01 und Swisscom ausgiebig testen. (Christoph Hugenschmidt)

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