Der gedruckte Computer wird Realität

24. Januar 2012, 14:55
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Alles nötige - CPU, Speicher, Batterie, Display - ist nun druckbar, sagt das norwegische Unternehmen ThinFilm.

Alles nötige - CPU, Speicher, Batterie, Display - ist nun druckbar, sagt das norwegische Unternehmen ThinFilm.
Das norwegische Unternehmen ThinFilm Electronics glaubt, zusammen mit einer ganzen Reihe von Partnerunternehmen alle notwendigen Bestandteile beisammen zu haben, um schon in Kürze echte, gedruckte Computer herstellen zu können. ThinFilm selbst hat aus organischen Materialien bestehende druckbare Speicher entwickelt. Bereits letztes Jahr haben die Norweger eine Partnerschaft mit der Xerox-Tochter Parc vereinbart, die druckbare Transistoren und damit eine "CPU" beisteuerte. Eine neue Partnerschaft mit dem US-Startup Imprint Energy (USA) bringt nun auch eine druckbare Batterie, eine Partnerschaft mit der schwedischen Firma Acreo ein entsprechendes Display und eine Partnerschaft mit der südafrikanischen Firma PST Sensors druckbare Temperaturfühler.
In ein bis zwei Jahren soll laut ThinFilm auch die Technologie entwickelt werden, um Module für die drahtlose Vernetzung zu drucken. Damit werden die gedruckten Computer auch untereinander oder mit dem Internet beziehungsweise normalen Computernetzwerken kommunizieren können.
Obwohl sie die gleichen Grundelemente aufweisen, sollen gedruckte Computer aber zumindest vorerst für ganz andere, einfachere und spezialisiertere Zwecke eingesetzt werden, als "richtige" Computer. Die genannnten Temperaturfühler beispielsweise sind die Voraussetzung für die erste Anwendung, die ThinFilm vorschwebt. Noch dieses Jahr sollen Aufkleber für Lebensmitttel und Medikamente entwickelt werden, welche die Temperaturen, welchen ein Produkt bis zur Auslieferung an Kunden ausgesetzt war, kontinuierlich messen, speichern und zuletzt anzeigen können.
Laut ThinFilm gibt es auch bereits konkrete Pläne zur Entwicklung von Aufklebern, welche den Verschleiss von Autobestandteilen wie Bremsen messen, oder ganz normalen, nicht elektronischen Spielzeugen "Interaktivität" verleihen könnten.
Obwohl sie wesentlich mehr können sollen, werden die Herstellungskosten für "Smart Tags" beziehungsweise gedruckte Computerchen laut ThinFilm durch die massenhafte Herstellung per Drucktechnologie rund 40 Prozent unter denen von RFID-Tags liegen, die teilweise eine Konkurrenz darstellen. (hjm)
(Foto: ThinFilm. Prototyp einer Rechen- und Speichereinheit, noch ohne Display, Batterie und Sensor.)

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