Der "heisse Dschungel" im Rechenzentrum?

24. Oktober 2007, 07:10
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Zuwenig Durchblick durch zu viele verschiedene Management-Systeme.

Zuwenig Durchblick durch zu viele verschiedene Management-Systeme.
Falls Sie für ein Rechenzentrum verantwortlich sind: Wissen Sie genau, wie viele Server sie wo noch hineinpacken können, bevor die Klimaanlage überlastet wird oder Sicherungen durchbrennen? Die Anwort, so meint Hansjörg Cohnen, Geschäftsführer von Aperture Software in Wien, der Niederlassung für Zentral- und Osteuropa, sei in allzuvielen Fällen 'nicht wirklich': "Das zeigt bereits Auswirkungen in den Rechenzentren, die IT-Leiter merken, dass sie Probleme mit der Stromversorgung und der Kühlung bekommen."
Werden neue Geräte in Betrieb genommen, belegen sie Platz, erzeugen zusätzliche Wärme und belasten die Stromkreise. Gemäss einer Umfrage unter hundert RZs in den USA werden solche Änderungen der Infrastruktur aber nur mangelhaft aufgezeichnet. Ein Drittel der Befragten führt keine Dokumentation über die Flächen. Die Hälfte hat keine Unterlagen darüber, an welchen Stromkreisen und Sicherungen die Server genau hängen.
Diese Ergebnisse seien auch auf Europa und die Schweiz übertragbar, meint Cohnen: "In der Schweiz finden wir dieselben Schwierigkeiten vor, Infrastruktur wird nur sehr oberflächlich dokumentiert. Ohne Dokumentation wissen die IT-Leiter aber zum Beispiel nicht, wie lange ihre Klimaanlagen mit der Erwärmung noch fertig werden. Bei Seminaren in der Schweiz, in Deutschland und Österreich ist das Problem wortwörtlich ein 'heisses' Thema." Besonders beim Überblick über die bauliche Infrastruktur wie Strom, Klimatisierung oder freie Flächen gebe es oft Probleme.
Aperture ist Anbieter eines Gesamtsystems zur Verwaltung der physischen Infrastruktur von Rechenzentren. Von den Teilnehmern an der genannten Umfrage setzen aber 60 Prozent dazu drei bis fünf verschiedene Systeme parallel ein (siehe Grafik). Dass Aperture in dieser Vielfalt eine der Wurzeln des Übels sieht, ist naheliegend. Dass die momentan vorherrschenden, historisch entstandenen Methoden aber nicht unbedingt ideal sind, deutet sich auch in der Umfrage an. Fast zwei Drittel der Befragten schätzen, dass ihre Infrastruktur-Dokumentation zu rund 10 Prozent falsch ist. Und 8 Prozent befürchten sogar, dass nicht einmal die Hälfte stimmt. (Hans Jörg Maron)

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