Der Mainframe für die mobile Ära

14. Januar 2015, 15:08
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IBM lanciert die neue Mainframe-Generation z13.

IBM lanciert die neue Mainframe-Generation z13.
IBM hat gestern abend die neueste Generation seiner Mainframes angekündigt. Der z13 sei, so findet IBM unbescheiden, eines der hochentwickeltsten Computersysteme, das je gebaut wurde. Ausgerüstet mit den neusten Power-CPU-Modellen, weiteren modernen Komponenten und dreimal mehr Memory (bis 10TB) ist die Maximalleistung des z13 selbstverständlich deutlich höher als bei der Vorgängergeneration aus dem Jahr 2012 voll auf die neue Technologie upgegradet werden.
Mehr als die Gesamtleistung des z13 stellt IBM allerdings die verbesserten Funktionen für gewisse Anwendungen wie Analytics, E-Commerce oder E-Banking in den Vordergrund. Big Blue preist sein neues Hardware-Flaggschiff beispielsweise als ideale Plattform für das explodierende mobile Business an. Die sichere Verarbeitung von Transaktionen war schon immer das Haupteinsatzfeld von Mainframes. Die neuste Generation, so IBM, könne bei voller Ausrüstung bis zu 2,5 Milliarden Transaktionen pro Tag verarbeiten. Das sei genug, um das Transaktionsvolumen von 100 "Cyber Mondays" an einem Tag zu bewältigen. Damit spielt IBM auf die vergangene Shopping-Saison in den USA an. Am "Black Friday", dem Freitag nach Thanksgiving, und dem darauf folgenden "Cyber Monday" machen US-Retailer und Online-Händler mit Abstand die grössten Umsätze. Im letzten Herbst gingen aber an diesen beiden Tagen auch die Online-Shops einiger Händler in die Knie, was jeweils grosse Umsatzverluste bedeutete. Als möglicher Grund wurde unter anderem das erhöhte Volumen von mobilen Transaktionen angegeben.
Die neuen Mainframes können laut IBM aber nicht nur riesige Mengen von mobilen Transaktionen revisionssicher verarbeiten und speichern. Erstmals seien sie nun auch leistungsfähig genug, um eine Echtzeitverschlüsselung der gesamten Daten praktikabel zu machen. Neue In-Memory-Technologie ermögliche es zudem nun, die Transaktionen in Echtzeit zu hundert Prozent mittels in den Mainframes eingebetteten Analytics-Funktionen zu überwachen. Dies ermöglicht beispielsweise die Erkennung von Betrugsversuchen oder den Einbezug der Kundenhistorie, um Kunden inviduelle Angebote zu machen. Die neuen Mainframes kombinieren also Transaktionsverarbeitung mit Analytics- beziehungsweise Online-Datawarehouse-Funktionen.
Einige dieser Möglichkeiten werden allerdings erst voll ausgenützt werden können, wenn auch die neue Version des Betriebssystems z/OS-Version erhältlich wird. IBM hat gestern ein Preview veröffentlicht. Die Endversion soll im September 2015 erhältlich werden.
Mainframes als Cloud-Plattform
IBM preist seine Mainframes seit einigen Jahren auch unermüdlich als ideale Platfform für private oder hybride Clouds an. Dies gilt auch für die neueste Generation. Auf einem der neuen Systeme, so IBM, könnten bis zu 8'000 virtuelle Maschinen betreieben werden.
Ein Mainframe als Cloud-Appliance? Dieser Gedanke liegt allerdings den meisten Unternehmen und Cloud-Providern fern, da Mainframes als viel zu teuer eingeschätzt werden. Laut IBM ist dieses Urteil aber falsch. In einer Total-Cost-of-Ownership-Rechnung über drei Jahre, sagt IBM, sei der Betrieb einer Cloud auf einem z13 fast ein Drittel billiger als auf einer x86-Infrastruktur. Verglichen mit dem Bezug der entsprechenden Ressourcen aus einer Public Cloud soll der Betrieb eines z13 über drei Jahre sogar um 60 Prozent günstiger sein. (Hans Jörg Maron)

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