Der Notebookspüler, oder wie verliere ich meine Daten auf originelle Art

22. November 2004, 14:40
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Daten kann man auf mancherlei Arten verlieren. Der Datenretter Kroll Ontrack hat eine Liste von bizarreren Fälle zusammengestellt.

Wer seine Daten verlieren will kann das auf banale Art tun: Einfach aus Versehen löschen dürfte immer noch die am meisten verbreitete Methode sein. Empfehlenswerter sind aber Methoden mit etwas mehr Flair – dann hat man nachher wenigstens etwas zu erzählen, oder die Datenretter, falls sie eingeschaltet werden, etwas zu lachen.
Das auf Datenrettung spezialisierte Unternehmen Kroll Ontrack hat einige der bizarreren Fälle aus seiner "Datenpraxis" zusammengestellt. Gemäss Kroll Ontrack konnten die Daten übrigens in all diesen Fällen wieder hergestellt werden:
Cooler Trick: Ein Kunde bringt eine Festplatte in einem tropfenden Plastikbeutel zu Kroll Ontrack. Er erzählt, er habe im Internet gelesen, dass eine defekte Festplatte repariert werden könne, indem man sie ins Gefrierfach legt.
Gründlich: Ein anderer hat beim Aufräumen seines Systems genau die Dateiordner gelöscht, die er eigentlich behalten wollte. Am Ende der Putzaktion leerte er noch fein säuberlich den "Papierkorb" und startete dann die Defragmentierung der Festplatte.
Vorsicht Kinder: Verwundert und nicht ohne eine gewisse Beunruhigung blickte der Besitzer eines Notebooks beim Versuch das System hochzufahren auf einen "Bluescreen". Eine Woche später gab sein Neffe, der zu Besuch gewesen war, kleinlaut zu, dass er das sensible Gerät als Punching Ball missbraucht hatte. Er sei frustriert gewesen, weil das System zu langsam war.
Blitz-Attacke: Der Mitarbeiter einer Medizintechnikfirma hatte in mehrtägiger Arbeit 1.200 Rechnungseinträge in das System eingegeben. Als plötzlich die Trafostation neben dem Gebäude von einem Blitz getroffen wurde, kam es zum Stromausfall und kompletten Datenverlust.
Konstruktionsfehler: Während des Baus eines großen Bürogebäudes wurde das Notebook, auf dem die Konstruktionspläne gespeichert waren, von einem herabfallenden Stahlträger getroffen.
Ärger runtergespült: Der Benutzer eines Notebooks war so verärgert über das ständig defekte Gerät, dass er es in die Toilette beförderte und mehrmals die Spülung betätigte. In einem ähnlichen Fall war das Notebook vom Benutzer aus dem Fenster geworfen worden.
Road Movie: Filmreif ist auch der Fall einer Frau, die ihr Notebook auf dem Autodach vergessen hatte. Beim Ausparken schlitterte das Gerät vom Autodach auf die Straße und wurde zudem beim Wenden auch noch vom Auto der vergesslichen Dame überrollt.
Luftnummer: Ein Kunde suchte die Datenretter auf und behauptete, sein schwer beschädigtes Notebook wäre auf der Landebahn von einem Flugzeug überrollt worden. Die Leute im Labor rätseln heute noch, wie so etwas passieren konnte. (Hans Jörg Maron)

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