"Der PC-Markt in Europa hat gegen die Rezessionsangst gesiegt"

17. Juli 2008, 13:29
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Asus verdrängt Fujitsu Siemens und ist erstmals unter den fünf grossen PC-Herstellern in EMEA. Schwächeres Wachstum für das kommende Jahr erwartet.

Asus verdrängt Fujitsu Siemens und ist erstmals unter den fünf grossen PC-Herstellern in EMEA. Schwächeres Wachstum für das kommende Jahr erwartet.
Die beiden in Sachen IT führenden Marktforscher Gartner und IDC haben gestern die neusten Zahlen zum globalen PC-Markt veröffentlicht. Beide verzeichneten für das zweite Quartal ein starkes Wachstum in Stückzahlen; laut Gartner um 16 Prozent, laut IDC um 15,3 Prozent verglichen mit dem Q2 des Vorjahres. Damit wuchs der weltweite PC-Markt schneller als noch in den drei Monaten zuvor. Die beiden Unternehmen beobachten Verkäufe von Desktops, Notebooks und x86-Servern. Handhelds werden nicht gezählt.
"Ökonomischer Gegenwind"
Wie schon in den Quartalen zuvor war die schwierige Wirtschaftslage insbesondere in den USA ein Thema. Der PC-Markt habe trotz des "ökonomischen Gegenwindes" seine Ausdauer gezeigt, sagte Loren Loverde von IDC. Neue Produkte, der stärkere Wettbewerb, Preiskämpfe und der Notebook-Trend hätten zu einem starken Wachstum beigetragen. Trotzdem nehme der wirtschaftliche Druck zu, so Loverde. Man nehme deshalb an, dass das Wachstum innerhalb des nächsten Jahres zurückgehen werde. "Die relativ gute Entwicklung des PC-Marktes in den vergangenen Quartalen bedeutet nicht, dass diese Branche immun gegen wirtschaftliche Veränderungen ist", so Loverde.
Während der PC-Markt in den USA nicht zuletzt wegen der Konjunkturlage nur um 3,6 (IDC) bzw. 4,2 (Gartner) Prozent wuchs, verzeichnete die Region EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) Rekordzahlen. So vermeldet Gartner, dass verglichen mit dem zweiten Quartal des Vorjahres 23,5 Prozent mehr Einheiten verkauft worden sind. "Der PC-Markt in Europa hat gegen die Rezessionsangst gesiegt. Nur einmal in den letzten fünf Jahren hat es ein Wachstum von über 20 Prozent gegeben", sagt Gartner-Analyst Ranjit Atwal. Das starke Wachstum sei aber auch auf gesunkene Durchschnittspreise zurückzuführen, was auf Umsätze und Gewinnmargen drücken werde.
Asus verdrängt FSC
In EMEA hat es der taiwanische PC-Hersteller Asus zum ersten Mal unter die fünf Grossen geschafft. HP, Acer und Dell sind nach wie vor führend. Doch der deutsch-japanische Hersteller Fujitsu Siemens (FSC), dessen Zukunft ungewiss ist war FSC noch an vierter Stelle mit einem Marktanteil von 6,3 Prozent. Nun ist Toshiba an vierter Stelle, dicht gefolgt von Neuling Asus.
Die gute Performance von Asus hat mit dem Erfolg des Mini-Notebooks Eee-PC zu tun, obwohl Asus enttäuscht ist, dass im ersten Halbjahr weniger Eee-PCs verkauft wurden als erwartet. Interessant ist zudem, dass Dell erstmals seit 2005 während zwei aufeinander folgenden Quartalen ein Wachstum von über 20 Prozent in EMEA hinlegte.
Top-5 PC-Hersteller und ihre Marktanteile in der EMEA-Region gemäss Gartner:
1. HP: Marktanteil 19,3 %, Wachstum: 28,3 %
2. Acer: Marktanteil 15,1 %, Wachstum: 35 %
3. Dell: Marktanteil 11,9 %, Wachstum: 27 %
4. Toshiba: Marktanteil 5,8 %, Wachstum: 69,6 %
5. Asus: Marktanteil 5,4 %, Wachstum: 159,1 %
Andere: Marktanteil 42,4 %, Wachstum: 6,5 %
Weltweit gibt es in der Reihenfolge HP, Dell, Acer, Lenovo, Toshiba keine Veränderung. Erneut wurden um die 70 Millionen Einheiten abgesetzt. Alle fünf Grossen verzeichneten zweistellige Wachstumsraten. (Maurizio Minetti)

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