Der Polyalert-Betrieb ist neu ausgeschrieben worden

18. Mai 2020, 12:23
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Aktuell betreut Atos noch das Sirenen-Steuerungssystem. Dem Ausschreibungssieger winken Einnahmen von um 80 Millionen Franken.

Der Betrieb des Schweizer Sirenensteuerungssystems Polyalert wurde erst Mitte April 2020 für die nächsten 2 Jahre mit Atos verlängert. Nun sucht das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (Babs) den Betreiber für die Zeit danach.
Bereits bei der Stellungnahme zu dieser freihändig vollzogenen Verlängerung des 10 Jahre alten Vertrags hatte Babs-Sprecher Andreas Bucher auf die Vorankündigung der nun erfolgten Ausschreibung hingewiesen. Damit gebe man potenziellen Anbietern unter anderem die Möglichkeit, sich frühzeitig auf die Komplexität der Aufgaben vorzubereiten und allfällige Subunternehmer zu identifizieren, hiess es damals.
Die jetzt erfolgte Ausschreibung läuft unter dem Projektnamen "Betrieb Informations- und Alarmierungssysteme" (BIAS). Sie umfasst alle aktuellen Leistungen des Atos-Auftrags wie Service Desk, Field Force, Application Management, Hosting und Housing, allerdings auch zusätzliche Optionen, wie Bucher erklärte.
Der künftige BIAS-Anbieter soll den Auftrag ab Anfang 2021 bis Ende 2030 und allenfalls weitere 4 Jahre übernehmen können. Allerdings hat sich das Babs abgesichert. Denn Atos kann, wenn nötig, das Sirenensteuerungssystem auch noch im Jahr 2023 betreiben. Dazu übernimmt Atos neben den wiederkehrenden Betriebskosten auch Leistungen für einen Parallelbetrieb sowie Support und Know-how-Transfer in der Übergangsphase.
Wie hoch das Auftragsvolumen über die gesamte Laufzeit ausfällt, lässt sich in etwa aus den bisherigen Kosten ableiten. Atos erhält allein für die 2-jährige Auftragsverlängerung – allerdings inklusive der Zusatzarbeiten für die Transformation – rund 12,2 Millionen Franken. Demnach dürfte der BIAS-Auftrag für die Dauer bis 2034 um die 80 Millionen Franken schwer sein.
Bei der Auftragsvergabe von Mitte April 2020 wurden Polyalert grob so umschrieben: Zentrales Kernsystem in zwei Rechenzentren, dezentrale Komponenten in den Kantonen, sowie Schnittstellen zu Drittsystemen. Das System umfasse rund 5000 Sirenen in der Schweiz, die mit einem Polyalert-Fernsteuerungsgerät über die kantonalen Sicherheitsfunknetze gesteuert werden. Und es bestehen alternative Übertragungsvektoren zu den Sirenen via Radio UKW/RDS oder mobilen Netzen.

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