Der Schweizer Investment-Advisor mit Robo- und Crowd-Tipps

23. August 2017, 15:46
  • fintech
  • schweiz
  • ti&m
image

Wer Geld anlegen will, könnte dies diversifiziert auf unterschiedliche Anlageklassen wie Aktien oder Edelmetalle tun wollen.

Wer Geld anlegen will, könnte dies diversifiziert auf unterschiedliche Anlageklassen wie Aktien oder Edelmetalle tun wollen.
Und neuerdings setzen Banken immer öfter auch Robo-Advisor-Lösungen dafür ein. Neuester Akteur ist Banque CIC (Suisse), welche eine Plattform namens "Clevercircles" ankündigt. Diese beinhaltet einige Spezialitäten.
Zum einen ist es nicht nur ein Robo-Advisor, sondern der Anleger könne eigene Vertrauenspersonen oder die Weisheit der Crowd berücksichtigen für den Anlageentscheid.
Wie funktioniert dies konkret?
Ti&m und CIC, welche die Plattform entwickelt haben, präzisieren auf Anfrage das Modell dahinter.
Vertrauenspersonen kann man einladen, sich via E-Mail oder Social-Login zu registrieren. Und registrierte Personen kann man nach Namen und E-Mail suchen. Unter den Registrierten wird im Zwei-Monatsrhythmus eine Art "Abstimmung" durchgeführt, basierend auf Fragen zur Markterwartung. "Jeder Teilnehmer beantwortet diese Fragen unabhängig und ohne, dass er sieht, was die anderen abgestimmt haben", so ein Ti&m-Vertreter. Nachher werden die Angaben der einzelnen Teilnehmer pro Frage konsolidiert gezeigt, und zwar in einer individuellen Zusammenstellung, einer individuellen Gewichtung des einzelnen Nutzers. "Beispielsweise könnte dies sein "30 Prozent meine eigene Stimme, 20 Prozent meine Frau, 20 Prozent mein bester Freund, 20 Prozent die Durchschnittsmeinung der Community und zehn Prozent die Erwartungen eines Investmentclubs."
Mit den konsolidierten Erwartungen können fakultativ Portfolioanpassungen gemacht werden. Die Entscheidungen sind privat, "nur die Markterwartungen werden getauscht, nie aber die effektiven Depot-Umschichtungen."
Und woher kommt die Community, die Crowd denn?
Dies meint alle teilnehmenden User, wobei die Crowd-Stimmen unterteilt werden können, beispielsweise nach Geschlecht, Alter oder "Best-Performers". "Die Teilnehmer müssen nicht Bankkunden sein, die Teilnahme an der Meinungsbildung kann ohne Bankdepot erfolgen," erklären die Verantwortlichen.
Soweit so klar.
Nicht nur das Crowd-Involvement ist aber speziell, sondern auch, dass nicht nur CIC selbst "Clevercircles" nutzt. Andere Banken, oder auch Versicherer und Vermögensverwalter können die Plattform einsetzen. CIC ist nämlich eine weitere Bank, welche eine Eigenentwicklung als White-Label-Lösung auf den Markt wirft und mit Software Geld verdienen will. Ab Anfang 2018 kommt die Plattform dann offiziell.
Für die Entwicklung zuständig war die Software-Schmiede Ti&m, welche auch künftig die Implementierung bei White-Label-Kunden übernehmen wird, so die Mitteilung. (mag)

Loading

Mehr zum Thema

image

Finnova kauft Fintech Contovista

Viseca verkauft das Vorzeige-Fintech an Finnova. Der Banken­software-Hersteller will mit Contovista sein Data-Analytics-Know-how und -Portfolio stärken.

publiziert am 16.5.2022
image

Cyberangriff auf Luzerner ÖV bleibt ohne grössere Folgen

Die Verkehrsbetriebe sprechen von einem "gezielten Angriff". Der Busverkehr war nicht betroffen, einzig Anzeigetafeln funktionierten nicht wie gewohnt.

publiziert am 16.5.2022
image

Open Banking: Offene APIs reichen nicht

Das Thema Open Banking wird laut der aktuellen IFZ-Studie vielfach zu isoliert betrachtet und deshalb unterschätzt.

publiziert am 13.5.2022 1
image

Die Digitalbank der BLKB kann loslegen

Die Fintech-Tochter der Baselland­schaftlichen Kantonalbank hat eine Finma-Lizenz erhalten. Der Markteintritt von Radicant ist für 2022 geplant.

publiziert am 12.5.2022