Der Schweizer PC-Markt: Weiss sieht rot *

31. Januar 2007 um 21:33
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Dell, Acer, Fujitsu Siemens und die Assemblierer bluten. HP, Apple und Toshiba sind die Gewinner in einem schlechten Schweizer PC-Jahr.

Dell, Acer, Fujitsu Siemens und die Assemblierer bluten. HP, Apple und Toshiba sind die Gewinner in einem schlechten Schweizer PC-Jahr.
Gibt es Konstanten im Schweizer ICT-Geschäft? Ja - genau eine: Robert Weiss, Doyen der PC-Marktforschung in der Schweiz, hat heute Nachmittag im unwirtlichen Zürich Oerlikon zum 18. (achtzehnten) Mal die neuesten Zahlen zum helvetischen PC-Markt vorgestellt.
Fazit 1: Das Jahr war schrecklich für alle, die vom Handel mit PCs, Notebooks und dergleichen leben. Fazit 2: Für einige war es schrecklicher. Doch der Reihe nach.
Insgesamt wurden in der Schweiz im vergangenen Jahr in Stückzahlen 7,6 Prozent weniger PCs, nämlich 1'373'000 Stück, verkauft. Da die Dinger auch noch ein bisschen billiger wurden, resultierte ein Umsatzminus von 8,2 Prozent. Tutti quanti - Drucker, PDAs, Bildschirme und Lowend-Server inbegriffen - wurden hierzulande gemäss Robert Weiss 400 Millionen Franken weniger mit PCs & Co. umgesetzt als noch vor einem Jahr.
Winners and Losers
Der Trend hin zu potentiell teureren Notebooks konnte die allgemeine Kauf-Unlust nicht aufwiegen. Einzig bei mobilen Geräten für Firmen konnte der Markt wachsen (+ 14 %). Die Leute kauften weniger Heim-PCs (- 23,6 %), PCs für Firmen (- 6,3 %) und Notebooks für Zuhause (- 16,5 %) als noch vor einem Jahr, als man doch noch von einer "schlechten Konjunktur" redete.
Die Rangliste (siehe unten) der wichtigsten PC/Notebook-Hersteller in der Schweiz wiederspiegelt den weltweiten Markt: Hewlett-Packard konnte vom Direktverkäufer Dell Marktanteile zurückholen, Apple überholte Fujitsu Siemens als Nummer 4, Acer verlor, Lenovo (Ex-IBM), Sony und der Billig-Hersteller Steg blieben mehr oder weniger stabil, Toshiba gewann, Maxdata und der grosse Rest (Assemblierer wie Jet und Micro Control) büssten massiv an Marktanteilen ein.
Dieses Jahr wird alles besser
Glaubt man Weiss' Voraussagen, wird sich der Schweizer PC-Markt im laufenden Jahr wieder erholen. Von Microsoft Vista angeschoben, sollen über 20 Prozent mehr Business-Notebooks verkauft werden. Sogar der Markt für stationäre PCs im Heim- wie auch im Geschäftsbereich wird gemäss Weiss mit einem Plus von je etwa fünf Prozent anziehen.
Die Begründung für diesen Optimismus wurde an dem der Präsentation der Weiss'schen Zahlenbeigerei anschliessenden Podiumsgespräch nachgeliefert. Die allgemeine Wirtschaftslage ermuntert weiterhin zu Investitionen, der Heimmarkt sollte sich vom Run auf Flachbildschirm-TV-Geräte auf PCs zurückverschieben, Windows Vista wird mithelfen und ausserdem stehen bei Grossfirmen Erneuerungszyklen an.
Alles in Butter also: 2006 war ein Ausrutscher. War es? (Christoph Hugenschmidt)
(*) Herzlichen Dank an Guido Wemans für den Titel. Noch ein Doyen - von dem wir gerne (autorisiert) klauen.
Die Rangliste der PC-Hersteller in der Schweiz according to Röbi Weiss:

  1. HP (Marktanteil: 24,7 %, + 19,1 %)
  2. Rest (Assemblierer): (15,8, - 12,8)

(Die erste Zahl betrifft den Marktanteil, die zweite die Veränderung des Martkanteils von 2005 auf 2006. Die Verschiebungen bei einer Firma mit einem kleinen Marktanteil (z.B. Sony) wirken sich relativ gesehen stärker aus. Sonys Marktanteil ist beispielsweise von von 1,8 auf 2,0 Prozent gestiegen. Ein Plus von 12,6 Prozent...). Alle Zahlen aus dem Weissbuch 2007)
(Bild: Weiss'sche Illustration eines schlechten PC-Jahres)
(Interessenbindung: HP ist als Gold Sponsor ein wichtiger Marketing-Kunde unseres Verlags.)

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