Der Sourcing-Markt im DACH-Raum ist geschrumpft

31. Januar 2020, 13:14
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Trotz As-a-Service-Booms ging das Volumen des Sourcing-Marktes in der DACH-Region 2019 zurück. In EMEA wuchs er derweil zweistellig.

Der Sourcing-Markt in der EMEA-Region legte 2019 um 10% zu, vor allem befeuert durch die As-a-Service- und Managed-Service-Geschäfte. Diese erreichten laut dem aktuellen Index des Marktforschers ISG ein Volumen von 17,1 Milliarden Euro.
Managed-Services legten im Jahresvergleich um 8% zu und erreichten ein Volumen von 10,7 Milliarden Euro. Angetrieben wurde diese Entwicklung durch eine Erholung des Business Process Outsourcing (BPO), das gegenüber dem schwachen 2018 um satte 61% anzog. Dem steht ein Rückgang des IT-Outsourcing-Geschäfts um 3% gegenüber.
Das As-a-Service-Volumen stieg 2019 um 13% auf 6,4 Milliarden Euro. Sowohl im Software-as-a-Service- als auch bei Infrastructure-as-a-Service-Geschäft wurden Rekorde erzielt.
Angesichts einer ungünstigen Entwicklung der europäischen Wirtschaft, erklärte Barbara Florschütz, Geschäftsführerin von ISG Deutschland: "Die Unternehmen suchen nach Wegen, Kosten einzusparen und investieren diese Gewinne dann in Technologien, mit denen sie das Erlebnis ihrer Kunden verbessern und gegenüber neuen Mitbewerbern wie zum Beispiel Startups wettbewerbsfähig bleiben können."

Im DACH-Raum schrumpfte der Markt für Managed Services

Der Sourcing-Markt in Grossbritannien und Irland erholte sich trotz drohendem Brexit. In Skandinavien stieg er derweil zu Rekordhöhen und auch in Frankreich wurde das beste Ergebnis seit fünf Jahren erzielt. Anders sieht es in der DACH-Region aus: Das gesamte Jahresvertragsvolumen ging hier 2019 um 1% auf 4,7 Milliarden Euro zurück.
ISG führt dies auf wirtschaftliche Unsicherheiten zurück, betont aber, dass es die bislang zweitbeste Jahresperformance sei. Dies, weil die Unternehmen ihre Managed-Services-Strategien und ihre digitalen Investitionen auf eine Linie bringen würden.
Gute News gibt es aus dem As-a-Service-Geschäft. Dieses sei um 22% auf 1,8 Milliarden Euro gewachsen und betrage nun 38% des Gesamtmarktes. Grund für das starke Wachstum sei die Tendenz hin zu hybriden und Multi-Cloud-Umgebungen, so ISG.
Zugleich schrumpfte im DACH-Raum das Vertragsvolumen der Managed Services um 11% auf noch 2,9 Milliarden Euro. Dies ist laut den Marktforschern vor allem darauf zurückzuführen, dass das Jahresvolumen beim IT-Outsourcing um einen Viertel nachgab, da die Anwendungsentwicklung und -Wartung sowie der Infrastruktur-Markt schwächelten.
Der ISG-Index erfasst Outsourcing-Verträge in der Privatwirtschaft mit einem jährlichen Volumen von mindestens 5 Millionen Euro. (ts)

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