Der "Tech-Clash" fordert Firmen zum Umdenken auf

1. Juli 2020, 15:47
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IT-Anbieter müssen die Spannung zwischen den Erwartungen der Gesellschaft und Business-Ambitionen lösen. Sonst bremsen sie laut Accenture ihr Wachstum.

Der aktuelle "Tech Vision Report" von Accenture nennt Technologie-Trends, die Unternehmen in den nächsten drei Jahren neu definieren werden. Im Mittelpunkt steht dabei die Schnittstelle zwischen Mensch und Technologie.
Häufig werde von einem "Tech-Lash" oder "Backlash" gegen Technologien gesprochen. Diese Begriffe würden aber nicht anerkennen, in welchem Ausmass die Gesellschaft Technologie nutze und von ihr profitiere. Passender sei der Begriff "Tech-Clash", so Accenture und meint damit die Situation, wenn Geschäfts- und Technologiemodelle nicht mit den Bedürfnissen und Erwartungen von Menschen übereinstimmen.
"Heute erleben wir einen 'Tech-Clash', der durch die Spannung zwischen den Erwartungen der Verbraucher, dem Potenzial der Technologie und den geschäftlichen Ambitionen verursacht wird, und wir befinden uns jetzt an einem wichtigen Wendepunkt in der Führung", sagt Paul Daugherty, Chief Technology & Innovation Officer von Accenture.
Dem Bericht zufolge birgt die Fortführung bestehender Modelle nicht nur das Risiko, Kunden oder Mitarbeitende zu verärgern, sondern könnte auch das Potenzial für künftiges Wachstum und Innovationen einschränken.
Unternehmen müssten sich deshalb gewissen Themen widmen, um den Tech-Clash zu entschärfen, so der Berater. Dazu gehört unter anderem das Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine. Organisationen sollen personalisierte Erlebnisse entwerfen, die die Handlungs- und Wahlmöglichkeiten des Einzelnen erweitern. Gut 80% der weltweit befragten Unternehmen sind der Ansicht, dass Firmen nur dann erfolgreich konkurrieren können, wenn sie ihre Beziehungen zu ihren Kunden als Partner verbessern. Von den Befragten aus der Schweiz sagen dies gar 88%.

Kommunikation gegen Frustration

Ähnlich verhält es sich gemäss dem Report mit AI. Künstliche Intelligenz solle nicht der Automatisierung per se dienen, sondern Menschen bei ihrer Arbeit unterstützen. Wenn die Fähigkeiten und Einsatzmöglichkeiten von AI steigen, müssen sich Unternehmen auch darüber Gedanken machen, wie Vertrauen und Transparenz geschaffen werden kann. Anwender sollten von passiven Zuhörern zu aktiven Teilnehmern werden, heisst es weiter.
Smarte Geräte lassen sich jederzeit mit Updates und damit mit neuen Funktionen ausstatten. Anbieter können ihre Produkte so an neue Markt- und Kundenanforderungen anpassen. Auf Kundenfeedback könnte künftig praktisch in Echtzeit reagiert werden.
80% der Befragten aus der Schweiz gaben an, dass ihre vernetzten Produkte und Services künftig signifikant mehr Aktualisierungen erhalten werden, wie weiter aus dem Report hervorgeht. Wer dies aber nicht sauber kommuniziere, riskiere, seine Anwender zu frustrieren. 

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