Der vergoogelte PC

22. August 2005, 11:38
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Texteditor, Aufgabenliste, Internetservices: Mit der neusten Version seiner Desktop-Software dringt Google noch weiter auf den PC vor.

Texteditor, Aufgabenliste, Internetservices: Mit der neusten Version seiner Desktop-Software dringt Google noch weiter auf den PC vor.
Während Microsoft und Yahoo versuchen, Googles Vormachtstellung als Suchmaschine anzukratzen, dringt auch Google selbst immer mehr in die angestammten Jagdgründe seiner beiden Hauptkonkurrenten vor. Mit der neusten Version 2.0 seiner "Google Desktop"-Software geht Google nun weit über die Suchfunktion hinaus, die noch das Kernstück der ersten Version gewesen war – das Wort "Search" hat Google denn auch konsequenterweise aus dem Namen gestrichen.
Die Version 2.0, die gegenwärtig in einer Betaversion erhältlich ist, beinhaltet als auffälligstes Feature den sogenannten "Sidebar" (Bild). Dieser soll permanent auf dem Desktop eingeblendet werden. Einerseits lassen sich darin Services aus dem Internet einbinden (Wetterberichte, Schlagzeilen von Nachrichtensites, Börsenkurse usw.). Dies stellt eine direkte Konkurrenz zu Yahoos personalisierten Webangeboten dar.
Andererseits können über den Sidebar aber auch Funktionen abgerufen werden, die bisher Microsofts Windows erledigte, zum Beispiel das Starten von Programmen und das Öffnen von kürzlich verwendeten Dokumenten. Ausserdem enthält der Sidebar eine rudimentäre Textverarbeitung im Stil von WordPad und kann ähnlich wie Outlook eine ToDo-Liste verwalten.
Noch stellt der Google Desktop keine direkte Konkurrenz zu Microsofts Haupteinnahmequellen Windows und Office dar. Es ist aber gut denkbar, dass Google in einem nächsten Schritt professionellere Büro-Tools – zum Beispiel im Mietmodell über das Internet – anbieten könnte. Die Strategen in Redmond dürften wieder einiges zu bereden haben. (Hans Jörg Maron)
(Bild: Google)

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