Details zu den Mehrkosten von Fiscal-IT

6. Februar 2017, 16:35
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Die Steuerverwaltung erklärt wichtige Kostentreiber beim Mammut-Projekt.

Die Steuerverwaltung erklärt wichtige Kostentreiber bei Fiscal-IT.
Nachdem Ueli Maurer kürzlich von einem Nachtragskredit von 30 Millionen Franken für Fiscal-IT, die Fiscal-IT als Leadprojekt zu tragen habe. Das war uns noch etwas zu ungenau. Die ESTV hat nun nach Rücksprache mit dem Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) eine detailliertere Antwort auf unsere Fragen geliefert. Sie ist im Folgenden dokumentiert.
inside-it.ch: Teradata baut die zentrale Datawarehouse Plattform für das BIT, schon zuvor hat das BIT eine solche Plattform für einzelne Ämter angeboten. Benutzt die ESTV für Fiscal-IT ebenfalls diese vom BIT gestellt Plattform? Oder wird ein anderes Datawarehouse-System benutzt? Was waren hier die Mehrkosten?
ESTV: Die beim BIT bestehenden Datawarehouse-Plattformen waren beschaffungsrechtlich nicht mehr erweiterbar, so dass das BIT eine neue Beschaffungsgrundlage mittels einer Ausschreibung erarbeiten musste. Aufgrund des resultierenden Zeitverzugs bei der Beschaffung musste in Fiscal-IT mit einer Übergangslösung gearbeitet werden, was in diesem Themenbereich zusätzliche Kosten verursachte. Weitere Mehrkosten entstanden zudem insbesondere im Plattform- und Wissensaufbau sowie in der Anbindung der Daten-Quellen über die unterschiedlichen Netzwerkzonen hinweg.
inside-it.ch: Das neue zentrale Identity-Access-Management-System (IAM) des Bundes soll bis 2020 abgeschlossen sein. Ist das System bereits in Betrieb? In welches IAM wird Fiscal-IT integriert beziehungsweise arbeitet man hier an der Entwicklung des zentralen Systems mit?
ESTV: Ja, Fiscal-IT nutzt das aktuelle IAM-System des BIT und somit Teile des neuen IAM-Systems des Bundes. Die Bedürfnisse von Fiscal-IT wurden effektiv in der fortlaufenden Entwicklung des übergreifenden Systems berücksichtigt.
inside-it.ch: Ist der Enterprise Service Bus E2 bereits produktiv? Meines Wissens ist der Begriff relativ breit fassbar, was genau umfasst er im Falle von E2?
ESTV: E2 ist im Herbst 2016 produktiv gesetzt worden (Infrastruktur). Er wird mit dem Release im November 2016 operativ verwendet. Mit dem E2 werden die unterschiedlichen Systeme (Schnittstellen) integriert sowie die Anbindung zu Drittsystemen (Datenaustausch mit Kantonen und Staaten) sichergestellt.
inside-it.ch: Sie sagen, dass eine hohe Anzahl von Bestandteilen integriert werden mussten. Können Sie dazu Zahlen nennen?
ESTV: Aktuell werden über den E2 etwa 40 Schnittstellen integriert (Release November). Geplant ist bis Ende 2018 circa 30 interne ESTV-Systeme mit rund 100 Schnittstellen über E2 zu integrieren. Weiter sollen bis Ende 2018 etwa 700 Finanzinstitute und circa 50 Vertragsstaaten angebunden werden. (Thomas Schwendener)

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