Deutsche Behörde will kein Zoom mehr

8. April 2020, 14:57
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Wird Zoom zum Corona-Verlierer? Das Auswärtige Amt darf das Tool nicht mehr überall verwenden, und es gibt eine Sammelklage.

Seit Tagen häuft sich die Kritik an Zoom. Nun hat offenbar auch das Auswärtige Amt in Deutschland den Einsatz des Videoconferencing-Tools eingeschränkt. Dies berichtet das 'Handelsblatt' mit Berufung auf ein internes Memo. Demnach verzichtet das Amt grösstenteils auf die Nutzung der Anwendung.
"Medienberichten und eigenen Erkenntnissen zufolge hat die Software von Zoom kritische Schwachstellen und weiterhin erhebliche Sicherheits- und Datenschutzprobleme", heisst es im bei der Zeitung zitierten Memo. Man werde Zoom deshalb auf den vom Amt zur Verfügung gestellten Arbeitsgeräten nicht zulassen. Allerdings wird relativiert: "Ein völliger Verzicht auf die App würde unsere Kommunikation mit Ihnen derzeit massiv erschweren." Daher werde die Nutzung auf privaten Geräten zu dienstlichen Zwecken "krisenbedingt gestattet", falls dies für die Aufgabenerfüllung unumgänglich sei, heisst es weiter.

Berichte über mangelnde Security

Zoom ist bis anhin einer der grossen Profiteure der Corona-Krise und verzeichnete ein rasantes User-Wachstum. Doch in den vergangenen Tagen wurde auch massive Kritik am Unternehmen geübt. Es wurden Security-Probleme und falsche Versprechen bei der Verschlüsselung bekannt.
In Taiwan dürfen Behördenmitarbeitende Zoom nicht mehr einsetzen. Dieser Entscheid kommt nach den Berichten, dass Zoom Netzwerk-Verkehr "irrtümlicherweise" durch China geleitet hat. Vergangene Woche wurde bekannt, dass Zoom Traffic teilweise durch China leitet, auch wenn sich alle Teilnehmer einer Zoom-Videokonferenz in den USA befinden.
Zuvor hatten bereits eine Reihe von Organisationen und Firmen, darunter Nasa und SpaceX, ihren Angestellten die Nutzung von Zoom untersagt.

Zoom will sich bessern

Nach anhaltender Kritik gelobte der Anbieter Besserung. Wie 'Reuters' berichtet, hat Zoom dafür den ehemaligen Security-Chef von Facebook, Alex Stamos, als Berater an Bord geholt. Zoom würde auf die Kritik reagieren, heisst es auch in einem internen Schreiben des amerikanischen Departement of Homeland Security (DHS), das 'Reuters' vorliegt.
Die Kritik an Zoom hat aber auch die Aktionäre auf das Parkett gebracht, schreibt 'Bloomberg'. In einer beim Bundesgericht in San Francisco eingereichten Sammelklage wird das Unternehmen und sein Management beschuldigt, die Wahrheit über Mängel in der Verschlüsselung verborgen zu haben. Auch habe Zoom die Qualität des Datenschutzes überhöht vermarktet und die mögliche Anfälligkeit für Hackerangriffe sowie das unbefugte Offenlegen persönlicher Informationen gegenüber Dritten nicht öffentlich gemacht.
Zoom hat zwar massiv vom Homeoffice-Boom und der Corona-Krise profitiert. Die Aktie liegt aber aktuell deutlich unter dem Allzeithoch von Mitte März. 

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