Deutsche Java-Anwender mit scharfer Kritik an Oracle

19. August 2010, 09:59
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Die neun deutschen Usergruppen, die Sun-Usergroup und die DOAG (Deutsche Oracle Anwendergruppe), die sich im Interessenverbund der Java User Groups (iJUG) zusammengeschlossen haben, kritisieren erstmals öffentlich die "unbefriedigende Informationspolitik" von Oracle seit der Sun-Übernahme.

Die neun deutschen Usergruppen, die Sun-Usergroup und die DOAG (Deutsche Oracle Anwendergruppe), die sich im Interessenverbund der Java User Groups (iJUG) zusammengeschlossen haben, kritisieren erstmals öffentlich die "unbefriedigende Informationspolitik" von Oracle seit der Sun-Übernahme. In einer Pressemitteilung halten sie fest, dass von Oracle an ihren letzten Veranstaltungen "zum Thema Java praktisch nichts zu erfahren" gewesen ist. Bekannte Blogs und Twitter-Accounts veröffentlichten immer weniger Informationen. Insbesondere fehle der Java-Community "eine klare Roadmap für die kommenden Jahre mit konkreten Fakten", kritisiert der Vorstandsvorsitzender des iJUG, Fried Saacke, scharf.
Aussagen von Oracle zur "Trennung beziehungsweise dem Zusammenspiel von Open Source und den kommerziellen Varianten" fehlten ganz, heisst es beim iJUG weiter. Es werde zwar immer behauptet, es handle sich um die gleichen Produkte mit anderer Lizenz, doch "ein Beweis dafür steht allerdings noch aus".
Unklar sei zudem der Umgang mit dem OpenJDK7 (Java Development Kit) und dessen Zukunft. Insbesondere die "sehr enttäuschende Session von Oracle beim Java Forum Stuttgart" nimmt man beim iJUG zum Anlass, um öffentlich darüber nachzudenken, ob man auch "das Schicksal der JVM (Java Virtual Machine) selbst in die Hand nehmen sollte". Jedenfalls könne davon die Weiterentwicklung des OpenJDK "viel stärker profitieren" als derzeit unter Oracle, heisst es weiter.
Und konkrete Vorschläge werden ebenfalls gemacht: Für JVM und JDK sollte die bisherige produktionstaugliche Sun-Implementation durch eine "Oracle-externe, offene und firmenunabhängige Einheit wie Apache oder Eclipse" erfolgen.
Erste Gespräche hat der iJUG hat bereits mit Oracle geführt. Dort sei man auf Verständnis gestossen, heisst es in der Mitteilung. "Wir geben Oracle noch Zeit bis zur JavaOne im September", erklärte Fried Saacke. (vri)

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