Deutscher Kunde vermutet internes Datenleck bei der Bank Bär.

22. Dezember 2010, 14:03
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"Die Bank hat keine solche CD gesehen oder erhalten," sagt die Bank.

"Die Bank hat keine solche CD gesehen oder erhalten," sagt die Bank.
Wieder sollen Insider für ein Datenleck bei einer Schweizer Bank – hier die Privatbank Julius Bär – verantwortlich sein. Ein deutscher Unternehmer, der seit 30 Jahren Schwarzgeld von zuletzt etwas mehr als einer Millionen Franken in der Schweiz gebunkert hat, vermutet öffentlich in der 'Handelszeitung' von heute, dass Mitarbeiter der Bank Bär ihn an den deutschen Fiskus verpfiffen hätten. In dem Artikel lässt er zudem seinem Ärger darüber freien Lauf, dass Raymond Bär als Verwaltungsratspräsident der Bank kürzlich in einem Interview gesagt hatte, er wüsste nichts von einer neuen CD mit Daten von Schwarzgeldkunden.
Bei dem Bank-Bär-Kunden waren die Steuerfahnder von Münster Anfang August 2010 zu Besuch. Die Beweislage gegen ihn war erdrückend, weil die Steuerfahnder im Besitz exakter Kontodaten aus dem Jahr 2009 waren – inklusive Namen des Kundenberaters und der genauen Anlagestrategie. "Die Ermittler wussten besser über mein Konto in der Schweiz Bescheid als ich selbst", lässt er sich zitieren. Doch woher hatten die Fahnder die Information? Die Münsteraner Behörde spricht zwar von einer "anonymen Anzeige", doch der Unternehmer glaubt, diese detaillierten Informationen könnten nur direkt von der Privatbank stammen. Die Staatsanwaltschaft Münster bestätigt bloss, dass ein Informant im Januar 2010 Daten von Kunden der Bank Julius Bär angeboten habe, die im Sommer via CD mit 202 Datensätzen zum Preis von 1,4 Millionen Euro gekauft worden seien.
Eine Mitarbeiterin der Rechtsabteilung der Bank Julius Bär, die noch Ende November 2010 mit ihrem Kunden gesprochen hat, war davon ausgegangen, dass dessen Kundendaten wohl gestohlen worden seien. Offiziell will man laut 'Handelszeitung' bei der Bank Bär dazu allerdings nichts sagen: "Die Bank hat keine solche CD gesehen oder erhalten, geht jedoch sämtlichen Hinweisen nach", heisst es dort lediglich. (vri)

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